2020 – Smartphone-Applikation BeReal


Ein Smartphone mit Internetzugang und Kameras auf der Vorder- und Rückseite reicht aus, um mit der von Alexis Barreyat und Kevin Perreau entwickelten Applikation BeReal in ein globales Panoptikum jeweils synchron erstellter fotografischer Momentaufnahmen zu gelangen, von dem Jeremy Bentham nur hätte träumen können. Auf ihrer Website erklärt die App sich selber so: „Your phone chimes, and the notification reads, ‚Time to BeReal: Two minutes to capture a BeReal and see what your friends are up to!‘ Depending on your setting, you pause and pose to make your post. Maybe there are others around you doing the same. […] Everyday BeReal sends out a notification. Users then have 2 min to generate a picture with both their front- and back-facing cameras and post to their feed. Once posted, they may see photos from their friends or from BeReal users around the world in a ‚Global‘ feed.“ 2022 steigt die Popularität von BeReal explosionsartig an. Zeitweise schaffen so über 70 Mio. registrierte Nutzerinnen und Nutzer gemeinsam täglich Querschnitts-Panoramen. – Bianka Niebling

Literatur / Quellen:

  • Maddox, J.: „More real, or just more surveillance? Panopticism and shifting authenticity paradigms in BeReal“. In: Convergence 29 (2023), H. 5, S. 1183–1198

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 BeReal als Pantopticon

Schlagwörter: Bild, bildvisuell, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtarchiv, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, offen, Organisation, Realpanoramatik, Speicher, Überwachung, Universalchronik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2020 – Kathrin Röggla, Bauernkriegspanorama

Der Sieger-Essay des hochdotierten Wortmeldungen-Literaturpreises von 2020 nimmt seinen Ausgang von Werner Tübkes Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen. Auf dessen Folie entwirft der Text seinerseits ein imaginatives Gegenwartspanorama, in dem Rechtspopulismus, Extremismus, soziale Spaltungen und Social Media reflektiert werden. Röggla betont die Rolle der betrachtenden Instanz und ‚verzeitlicht‘ das räumliche Kunstwerk durch die Erzählung der Wahrnehmungsvorgänge. Die Vorlage wird so mehrfach überschrieben. – Anne-Sophie Lohwasser

Literatur / Quellen:

  • Röggla, Kathrin: Bauernkriegspanorama, Berlin: Verbrecher Verlag 2020

Weblinks:

🖙 Text

Schlagwörter: Ästhetik, Buch, Denkmal, Didaktik, Ekphrasis, faktual, fiktional, Gemälde, Gemälderundbau, Gesamtprojektion, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, offen, Panorama-Beschreibung, Panorama-Diskurs, Panoramabild, panoramatische Diskursform, panoramatische Erzählung, Rundband, Rundbau, symbolisch, Text, textuell, Unterhaltung, Utopie/Dystopie, Wimmelbild, Zeitensynopse

2019 – Faltbares Smartphonedisplay, Samsung Galaxy Fold


Samsung präsentiert ein Smartphone mit dem weltweit ersten Display aus faltbarem Glas. Aufgefaltet erreicht es die Größe eines Tablets. Auf dem so vergrößerten Display ist es möglich, drei verschiedene Apps praktisch parallel zu nutzen. Die entscheidende panoramatische Besonderheit liegt aber in den insgesamt sechs Kameras mit je verschiedenen Funktionen. Auf der Rückseite des Smartphones finden sich ein Teleobjektiv, ein Weitwinkel- und ein Ultra-Weitwinkelobjektiv. Das Ultra-Weitwinkelobjektiv ermöglicht es, Fotos mit einem Sichtfeld von 143° zu machen, egal ob horizontal oder vertikal. Man kann so große Aufnahmen von Landschaften machen oder ins Bild zoomen, um richtig nah heranzukommen. Zum Vergleich: Die Ultraweitwinkelkamera des iPhone 16 Pro verfügt (Stand 2024) lediglich über ein Sichtfeld von 120°. Auf der Innenseite des Samsung-Geräts finden sich im auf- wie im zugeklappten Zustand zudem zwei Innenkameras und ein innerer Tiefensensor. – Alina Keim

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Samsung Deutschland

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, 360°, Ästhetik, Bild, bildvisuell, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Immersion, Medialpanoramatik, Medientechnik, Mikropanoramatik, mimetisch, Organisation, Panoramabild, Rahmenexpansion, Technik, Überbreite, Überwachung, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2017 – Kinderbuchreihe Scanorama

Die Kindersachbücher von Anna Claybourne widmen sich spektakulären Themen aus der Fauna wie Gefährliche Tiere, Sensationelle Tierrekorde oder Dinosaurier. Die Seiten sind durch Schieber aus Papier und Folie ergänzt. Diese Streifen lassen sich auf der Seite hin- und herschieben, wodurch das Innere der Tiere an diesen Stellen sichtbar, also ein Röntgenblick simuliert wird. Die partielle Durchschau kann verstören, wirkt aber zugleich bezähmend. Wie einst das Kaiserpanorama sucht und bannt das Scanorama seine Sensationen. – Lea-Sophie Dettmann | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Claybourne, Anna: Scanorama: Gefährliche Tiere, Frankfurt am Main: Fischer Meyers Kinderbuch 2017
Schlagwörter: Animation, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Relief, schematisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Peters’ Synchronoptische Weltgeschichte online auf Herodot

Der Datenbestand der 1952 in Printform erschienenen und 2010 in offline-digitale Form überführten welthistorischen Zeitkarte von Arno Peters wird online verfügbar. Die dafür genutzte zeitkartografische Software Herodot, die in einer Wiki-Umgebung auch andere Zeitkarten präsentieren kann (namentlich eine tageskörnige Präsentation des Zeitraums von 1918 bis 1950 in über 50.000 Einzeleinträgen), bietet nicht nur stark erweiterte Erschließungs- und Vertiefungsoptionen, sondern auch die Möglichkeit, neu erarbeitete Datenbestände und Einträge hinzuzufügen. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Burch, Thomas: „Die Sichtbarmachung der Gleichzeitigkeit. Von Arno Peters’ Synchronoptischer Weltgeschichte zurück in die Zukunft zu Herodot“. In: Zwischen artes liberales und artes digitales. Beiträge zur traditionellen und digitalen Geisteswissenschaft. Festschrift gewidmet Michael Trauth zum 65. Geburtstag am 10. Mai 2015, hg. von Alexandra Geissler und Matthias Schneider, Marburg: Tectum 2016, S. 183–209

Weblinks:

🖙 Startseite Herodot-Wiki
🖙 Grundkarte Peters auf Herodot

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Bild, bildvisuell, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2016 – Radioteleskop „FAST“


Das Radioteleskop „FAST“ (Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope) mit dem chinesischen Spitznamen „Tianyan“ (übers.: „Himmelsauge“) in der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas ist das weltweit größte Radioteleskop mit einer gefüllten Apertur und nach dem RATAN-600 das zweitgrößte Radioteleskop mit einer einzigen Schüssel. Am 25. September 2016 wird das 180 Mio. US-Dollar teure Projekt nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Die reflektierende Fläche der geodätischen Kuppel mit einem Durchmesser von 500 m besteht aus 4450 dreieckigen Aluminiumpaneelen mit einer Seitenlänge von 11 m, befindet sich in einer natürlichen Senke und bündelt die Radiowellen auf eine Empfangsantenne in einer 140 m darüber hängenden Kabine. Unter den Paneelen befinden sich 2225 Winden, welche die Oberfläche zu einer beweglichen Parabolantenne werden lassen, die auf die gewünschte Himmelsrichtung ausgerichtet werden kann. Dieser Aufbau erlaubt ohne die Verwendung eines Schwenkmechanismus’ Beobachtungen von Himmelsregionen bis 40° Zenitdistanz. Das Radioteleskop ermöglicht astronomische Entdeckungen, insbesondere die Erforschung von Pulsaren profitiert seither mit über 500 neu registrierten Objekten. – Kaim Bozkurt

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Offizielle Homepage

Schlagwörter: Bauwerk, Bild, bildvisuell, Didaktik, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Halbkugel, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Organisation, Rundbau, schematisch, Technik, Überwachung, Wissenschaft, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2015 – Katharina Gaenssler, Bauhaus Staircase / Werkkatalog TXT IMG


Fotoinstallation im New Yorker Museum of Modern Art, von der Künstlerin selbst beschrieben als „Abwicklung verschiedener Perspektiven aus dem Treppenhaus am Bauhaus Dessau (Walter Gropius, 1925 bis 1926), des Gemäldes Bauhaustreppe/Bauhaus Stairway (1932) von Oskar Schlemmer und dessen Kopie Bauhaus Stairway (1988) von Roy Lichtenstein. Die Montage wird – ortspezifisch konzipiert – mit der architektonischen Situation am MoMA selbst verschränkt: Die Installation befindet sich im sogenannten Bauhaus Staircase, in dem 1939 von Philip L. Goodwin und Edward Durell Stone im Sinne des ‚International Style‘ entworfenen Gebäude des Museums.“ Das zugehörige Buchobjekt versammelt in Form eines auf zehn Meter ausfaltbaren Leporellos sämtliche der für die Installation erstellten 10.177 Fotografien. – Im selben Jahr erscheint das Buchkompendium TXT IMG, welches Gaensslers bisheriges Gesamtwerk auf 407.954 miniaturisierten Fotoabbildungen präsentiert. – Johannes Ullmaier | Nina Cullmann

Literatur / Quellen:

  • Gaenssler, Katharina: Staircase, Buchobjekt 2015
  • Gaenssler, Katharina: TXT IMG, Leipzig: Spector Books 2015

Weblinks:

🖙 Website Ganessler 1511 (MOMA) W
🖙 Moma Website Bauhaus Staircase

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtprojektion, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Überbreite, Zugleichspräsentation

2015 – AirPano, Weltbilder

Fotobuchkompendium stellvertretend für den aktuellen Stand der Panorama-Fotografie nach dem Game-Change durch Drohneneinsatz; kurz darauf erscheint ein Folgeband. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • AirPano: Neue Weltbilder. Atemberaubende Ansichten unserer Erde. [OA: 2017], München: Frederking & Thaler 2018
  • AirPano: Weltbilder. Eine außergewöhnliche Sicht auf unsere Erde. [OA: 2015], 5. Aufl., München: Frederking & Thaler 2021
Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Naturpanorama, Panoramabild, Panoramaflug, Technik, Überwachung, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2015 – 360°-Video auf YouTube

Im Jahr 2015 schaltet die kollaborative Netzwerkplattform YouTube eine Funktion zum Hochladen von 360°-Videos frei. Andere Plattformen (zum Beispiel Facebook) ziehen nach, wodurch die Technologie Mitte der 2010er-Jahre bekannt wird. 360°-Videos können computeranimiert sein oder aus fotografischen Bewegtbildern bestehen. Letztere werden von einer omnidirektionalen, mit mehreren weitwinkligen Linsen ausgestatteten Kamera aufgenommen. In den Videos erhalten die Zuschauer:innen die Freiheit, sich von einer vorgegebenen und teilweise bewegten Position aus in alle Richtungen umzuschauen. Das kann bei aufgesetzter VR-Brille mit den Bewegungen des Kopfes oder Körpers erfolgen oder monoskopisch auf einem Bildschirm durch die Bewegung der Computermaus. Abgesehen von der Wahlfreiheit der Blickrichtung sind 360°-Videos in ihrem Verlauf linear und nicht interaktiv. Eingesetzt werden sie in verschiedenen Bereichen: Bildung, Forschung, Journalismus, Wirtschaft oder Werbung. Auch fiktionale Filme werden mit 360° umgesetzt: Der Musik-Animationsfilm Pearl (USA 2016, R: P. Osborne) wurde 2017 als erster 360°-Film für einen Oscar nominiert. In der affektgeladenen Handlung, die mit vielen Zeitsprüngen und Ortswechseln arbeitet, befinden sich die Zuschauer:innen auf dem Beifahrersitz eines Autos. Sowohl die Geschehnisse im Innenraum (eine Vater-Tochter-Beziehung) als auch die vorbeiziehenden Landschaften können beobachtet werden. – Johannes Noss

Literatur / Quellen:

  • Petry, Thorsten/Jäger, Wolfgang: Digital HR, Freiburg: Haufe-Lexware GmbH & Co. KG 2018, S. 170 f.

Weblinks:

🖙 Wikipedia: 360°-Videos
🖙 YouTube: Pearl (2016)

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, Didaktik, faktual, fiktional, Film, Gesamtprojektion, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Rahmenexpansion, Technik, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2015 – Susanne Rebscher & Annabelle von Sperber, Das große Wimmelbuch der Kunst


In diesem Wimmelbuch durchquert der Betrachter sämtliche prägende Kunstepochen von der Steinzeit bis zur heutigen Zeit. Auf den großformatigen Doppelseiten werden zahlreiche bekannte Künstler:innen sowie Kunstwerke abgebildet, die es zu entdecken und zu identifizieren gilt. Viele der Szenerien sind im Stil der entsprechenden Kunstbewegungen gehalten und geben einen Überblick über Techniken, Motive und Präsentationsformen der Kunst. Neben dieser Zugleichspräsentation des weiten Feldes der Kunst lädt das Wimmelbuch aber auch zu einer eingehenden Detailbetrachtung ein: In jeder Epoche verstecken sich mitten im Geschehen zwei kleine Äffchen, zu deren Suche das Buch die Leser ganz zu Anfang auffordert. Im Januar 2025 erscheint eine Neuausgabe des Buches. – Lena Reuther

Literatur / Quellen:

  • Rebscher, Susanne/von Sperber, Annabelle: Das große Wimmelbuch der Kunst, München u.a.: Prestel 2025.

Weblinks:

🖙 Website Illustratorin

Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wimmelbild, Zeichnung, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation