
Die Brücke der nationalen Einheit (auch: Brücke des nationalen Zusammenhalts, ungarisch: Nemzeti összetartozás hídja) ist eine Fußgängerbrücke in Sátoraljaújhely im Nordosten Ungarns. Sie ist mit einer Spannweite von 723 Metern die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Das Bauwerk ist Teil des Zemplén-Abenteuerparks und verbindet die Berge Szárhegy und Várhegy im Tokajer Gebirge. Aus einer Höhe von 80 Metern bietet die Brücke imposante Ausblicke auf die umliegenden Wälder, das Zemplén-Gebirge sowie bis zur slowakischen Grenze. Wer über die Hängebrücke spaziert, muss schwindelfrei sein, denn in der Mitte befindet sich ein acht Meter langer Glassteg. Dieser bietet den Besuchern einen allseitigen Ausblick und besonderen Nervenkitzel. – Jakob Wallis
2023 – Kuppelarena, The Sphere

Kugelförmige Mehrzweckarena nahe Las Vegas und bis dato größtes kugelförmiges Gebäude der Welt, mit einem Durchmesser von 157 m und 81.300 m2 Fläche. Eröffnung am 29. September 2023 mit der Liveshow U2: UV Achtung Baby Live at Sphere der irischen Rockband U2. An einem Großteil der Außenfläche sind ca. 58 Mio. LED-Leuchten montiert und bilden so eine dynamische Animationsfläche. Die Arena bietet Sitzplätze für 18.600 Personen, darunter 10.000 Sitze, die jeweils mit steuerbaren haptischen Effekten ausgestattet sind. Im Innenraum befindet sich ein 15.000 m2 großer LED-Bildschirm mit 16 K-Auflösung sowie ein Rundum-Tonsystem mit 96 dynamischen Lautsprechern. Durch die Dimensionen und die technische Ausstattung der Sphere verspricht der Betreiber den Besucher:innen eine gesteigerte immersive sensorische Erfahrung. Das Produktionsstudio nutzt ein eigenes Kamerasystem zur Erstellung von Material für die Sphere, Big Sky genannt, mit dem Regisseur Darren Aronofsky Postcard from Earth (USA 2023), den ersten Film des Studios, produziert. – Kaim Bozkurt
Weblinks:
2021 – Bauprojekt THE LINE (Saudi-Arabien)
THE LINE ist ein vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman angekündigtes Bauprojekt im Nordwesten Saudi-Arabiens und Teil der Entwicklungsregion NEOM. Der Name lässt sich zum einen aus dem altgriechischen Wort NEO, das für neu steht, und zum anderen aus dem Buchstaben M herleiten. Das M ist hierbei eine Abkürzung für MSTACBEL, was den Initialen der wichtigsten Projektsektoren Medien, Sport, Technologie, Advanced Manufacturing (Fortgeschrittene Industrie), Kultur, Biotechnologie, Energie und Livability (Lebensqualität) entspricht. Des Weiteren ist das M der erste Buchstabe des arabischen Wortes für Zukunft (mustaqbal) sowie des Namens der Königlichen Hoheit Prinz Mohammed bin Salman.
Ursprünglich ist eine 170 km lange, 500 m hohe und 200 m breite Stadt geplant, die von zwei durchgehenden und parallel verlaufenden Glasfassaden begrenzt wird. „Versprochen wird, mit innovativen Technologien eine nachhaltige Transformation des Landes in Gang zu bringen und die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, durch die Realisierung futuristischer wie utopisch anmutender Vorhaben als globaler Innovator voranzuschreiten“ (Mauer / Sommerlad, Panorama der Zukunft, S. 521). Architektonisch ist das Bauprojekt nach innen gerichtet: Statt auf die real umgebende Wüstenlandschaft soll der Blick der Bewohner auf die die künstliche Welt zwischen den hohen Fassade gelenkt werden.
Die Stadt soll zu 100% mit erneuerbaren Energien betrieben werden, geringe CO2- Emissionen aufweisen und Autos sowie Straßen überflüssig machen. Ermöglichen soll das ein Hochgeschwindigkeitszug, der die gesamte Länge der Stadt in 20 Minuten durchmisst. Die Vision steht jedoch alsbald in der Kritik: „Ein wichtiger Aspekt der menschlichen Agentur dieser Behauptung, der relevant ist, aber nicht erwähnt wird, ist, wie indigene Völker vertrieben wurden, damit Platz für NEOM-Projekte geschaffen werden konnte.“ (Lazos, Analyzing the Environmental and Social Factors). Außerdem liegen Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen vor. Auch das Nachhaltigkeitsversprechen wird aufgrund des hohen Ressourcenverbrauchs bezweifelt. Am 1. November 2025 werden die Arbeiten an der futuristischen Wüstenstadt aufgrund zu hoher Kosten gestoppt. Die Zukunft von THE LINE ist ungewiss. – Mina Schneider / Ilja Papenheim (2026)
Literatur / Quellen:
- Mauer, Roman / Elisabeth Sommerlad: „Panorama der Zukunft. Filmkartographischer Blick auf Städte im Science-Fiction-Film und im Golf-Futurismus“. In: Roman Mauer, Johannes Ullmaier, Clara Wörsdörfer (Hg.). Alles im Blick. Perspektiven einer intermedialen Panoramatik. Wiesbaden: Spinger VS 2025, S. 491‐535.
- Musset, Alain. „Neom and the line (Saudi-Arabia): Futuristic Utopia or Urban nightmare?“ In: L’Information géographique 1 (2023), S. 139‐161.
- Liermann, Sandra. „Baustopp bei ‚The Line‘ – das Ende der großen Vision?“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung , 1. November 2025
- Lazos, Nidia: Analyzing the Environmental and Social Factors of the Saudi Arabian Project „The Line“. KU Libraries, Kansas 2022.
Weblinks:
2021 – Aussichtsplattform Summit One Vanderbilt
2020 – The Uncensored Library – Virtuelle Bibliothek gegen Zensur
The Uncensored Library ist ein Projekt der Gruppe Reporter ohne Grenzen. Ziel ist es, journalistische Artikel mittels einer virtuellen Bibliothek auch in Staaten, in denen die Pressefreiheit durch staatliche Zensur stark eingeschränkt ist, zur allgemeinen Verfügung zu stellen. Betroffene Ländern sind bspw. Russland, Saudi-Arabien oder Brasilien. Die Veröffentlichung des Projekts erfolgt am 12. März 2020 auf einem öffentlichen Server in dem Open-World-Game Minecraft.
Der Server kann von jeder Person jederzeit online gefunden und heruntergeladen werden, da das Spiel – anders als nationale und regionale Nachrichtenportale oder Social-Media-Plattformen – selten der staatlichen Zensur unterliegt. In der stetig erweiterten und aktualisierten Bibliothek können sich die Spieler und Spielerinnen frei bewegen und die zensierten Texte in Minecraft-Büchern lesen.
Das Projekt dient dem panomaratischen Ideal der öffentlichen Berichterstattung, demgemäß die Wahrheit allerorts und allgemein verfügbar sein soll. Sein Hashtag in Sozialen Medien lautet folgerichtig #TruthFindsAWay. – Lena-Maria Weiß
Weblinks:
2018 – Goldene Brücke

Die Goldene Brücke ist eine 150 Meter lange Fußgängerbrücke im Bà-Nà-Hills-Resort des Truong-Son-Gebirge in der Nähe der vietnamesischen Großstadt ÐàN?ng. Sie wird im Juni 2018 nach einjähriger Bauzeit eröffnet und besteht aus einem Stahlgeflecht und Fiberglas. Primär als Zubringer einer Seilbahnstation gebaut, verbindet sie diese mit den Gartenanlagen eines Berghotels. Von der Brücke, die 1400 Meter über dem Meeresspiegel liegt, bietet sich eine majestätische Panorama-Aussicht auf die umgebende Landschaft. Die zwei riesigen Steinhände, die das Bauwerk zu stützen scheinen, machen es zu einer der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten des Landes, die Touristen zum Beschauen wie zum Über- und Herunterschauen gleichermaßen einlädt. – Jakob Wallis
Weblinks:
2017 – Voletarium im Europapark
Mit der Eröffnung des Voletariums am 3. Juni 2017 wird der Europapark in Rust, der meistbesuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum, um eine innovative Attraktion reicher. Dabei handelt es sich um ein Panoramatic Flying Theater, das den klassischen Motion Simulator in eine neue Dimension überführt. Die Gäste sitzen in offenen Gondeln, die an massiven Stahlträgern befestigt sind und sich während der Fahrt parallel zur Leinwand in alle Richtungen bewegen. Erst in dieser schwebenden Position entsteht die Illusion, selbst im Raum zu hängen, während vor, über und unter einem ein nahtlos gefilmter Rundflug über Europa beginnt.
Die Technik arbeitet dabei mit präziser Synchronität: Die Bewegungen des Motionsystems greifen genau die Richtungen, Beschleunigungen und Neigungen der gezeigten Bilder auf, so dass das visuelle Erleben und die eigene Körperbewegung sich wie ein einziger Ablauf anfühlen. Unterstützt wird die Realerfahrungseinheit durch Geruchseffekte, Wind und feinen Regennebel, die das Geschehen atmosphärisch verdichten und die visuelle Perzeption über die Leinwand hinaus erweitern.
So entsteht ein immersives Rundumerlebnis, ein 5D-Eindruck, in dem Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Bewegen ineinander übergehen, bis der Flug beinahe echt wirkt. – Larissa Kurti (2026)
Weblinks:
🖙 Doku über den Bau des Voletariums
🖙 Infos zu anderen Flying Theaters
2016 – Beipanjiang-Brücke

China hat gerade einen Rekord verkündet: Dort wurde die höchste Brücke der Welt gebaut und nun für den Verkehr geöffnet. Fast 570 Meter hoch spannt sie sich über das Beipanjiang-Tal, eine etwa einen Kilometer breite Schlucht, die zwei benachbarte Provinzen trennt. Die Schrägseilbrücke, deren Baukosten rund 130 Millionen Euro betragen, ist eine stählerne Fachwerkkonstruktion und Teil einer Autobahn. Künftig müssen die Autofahrer dort nicht mehr fünf Stunden lang durch die Berge kurven, um in die andere Provinz zu gelangen. Durch die 1341 Meter lange Brücke verkürzt sich die Fahrtzeit auf weniger als eine Stunde. Das Bauwerk scheint in einer atemberaubenden Höhe über der Schlucht zu schweben. Selbst wenn über dem Tal dichter Nebel liegt, haben Autofahrer dennoch Chancen auf Sonnenschein und einen schwindelerregenden Rundumblick. – Jakob Wallis
Weblinks:
2016 – Radioteleskop „FAST“

Das Radioteleskop „FAST“ (Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope) mit dem chinesischen Spitznamen „Tianyan“ (übers.: „Himmelsauge“) in der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas ist das weltweit größte Radioteleskop mit einer gefüllten Apertur und nach dem RATAN-600 das zweitgrößte Radioteleskop mit einer einzigen Schüssel. Am 25. September 2016 wird das 180 Mio. US-Dollar teure Projekt nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Die reflektierende Fläche der geodätischen Kuppel mit einem Durchmesser von 500 m besteht aus 4450 dreieckigen Aluminiumpaneelen mit einer Seitenlänge von 11 m, befindet sich in einer natürlichen Senke und bündelt die Radiowellen auf eine Empfangsantenne in einer 140 m darüber hängenden Kabine. Unter den Paneelen befinden sich 2225 Winden, welche die Oberfläche zu einer beweglichen Parabolantenne werden lassen, die auf die gewünschte Himmelsrichtung ausgerichtet werden kann. Dieser Aufbau erlaubt ohne die Verwendung eines Schwenkmechanismus’ Beobachtungen von Himmelsregionen bis 40° Zenitdistanz. Das Radioteleskop ermöglicht astronomische Entdeckungen, insbesondere die Erforschung von Pulsaren profitiert seither mit über 500 neu registrierten Objekten. – Kaim Bozkurt
Weblinks:
2012 – Neo-Seoul aus dem Film Cloud Atlas
In der Stadt Neo-Seoul dienen Panoramen der räumlichen Orientierung und Inszenierung von Macht, Technologie und dystopischen Gesellschaftsstrukturen. Die weitreichenden Ansichten der Stadt zeigen ein vertikales Geflecht aus hochmodernen Wolkenkratzern und engen, überbevölkerten Straßenschluchten. Technologische Fortschritte treten dadurch ebenso hervor wie soziale Ungleichheiten. Panoramen in dieser futuristischen Metropole fungieren nicht nur als ästhetische Schauplätze, sondern auch als kartographische Werkzeuge, die die Stadt als dynamisches, ideologisch aufgeladenes System visualisieren. Die Darstellung von Neo-Seoul markiert den Spannungsbogen zwischen Gegenwart und Zukunft, indem sie Fragen nach Fortschritt, Macht und Identität aufwirft. Der Film nutzt Panoramen, um sowohl die Faszination für technologische Innovation als auch die potenziellen Gefahren eines übertechnisierten und hierarchischen Gesellschaftssystems zu thematisieren. Die urbane Zukunft wird dabei als vielschichtiges Narrativ dargestellt, das kulturelle und politische Aussagen in den visuellen Raum übersetzt. Auf diese Weise wird Neo-Seoul zum Sinnbild einer futuristischen Stadtlandschaft, in der die Spannung zwischen Utopie und Dystopie, Fortschritt und sozialen Brüchen auf eindrückliche Weise offenbar wird. Solche visuellen Stadtlandschaften können als Reflexionen über die urbane Zukunft verstanden werden, die ästhetische, narrative und ideologische Ebenen miteinander verknüpfen. – Felix Klopsch
Literatur / Quellen:
- Mauer, Roman/Sommerlad, Elisabeth: „Panoramen der Zukunft: Filmkartographischer Blick auf Städte im Science-Fiction-Film und im Golf-Futurismus“. In: Alles im Blick. Perspektiven einer intermedialen Panoramatik, hg. von Roman Mauer, Johannes Ullmaier, und Clara Wörsdörfer, Wiesbaden: Springer, S. 491–535.


