2026 – 360°-Drohne Antigravity A1

Die Drohne verbindet Luftbildtechnik mit sphärischer Bildaufnahme und erweitert damit den panoramatischen Anspruch klassischer Drohnen um die Idee einer allseitigen Raumerfassung. Zwei an der Ober- und Unterseite angebrachte Kameras zeichnen ihre gesamte Umgebung auf und erzeugen ein vollständiges 360°-Bild, bei dem die Auswahl des Bildausschnitts auch nach der Aufnahme erfolgen kann. Diese Technik hebt die traditionelle Bindung des Bildes an einen einzelnen Blickwinkel auf. Blickrichtung, Kameraschwenk und Fokussierung lassen sich im Nachhinein frei bestimmen; die Drohne selbst wird dabei aus den Aufnahmen entfernt. So entsteht der Eindruck einer frei im Raum schwebenden Kamera. Gesteuert wird die Drohne per Datenbrille, was die Anwendung vereinfacht und eine Rezeption aus First-Person-View ermöglicht. Die Steuerung erfolgt nicht mehr aus der Distanz über ein Display, sondern aus einer Perspektive, die der oder dem Steuernden den Eindruck vermittelt, sich selbst im Fluggerät zu befinden, was ein immersives Erlebnis erzeugt. Da sich das Bild den Kopfbewegungen anpasst, wird die Rundumsicht nicht nur aufgezeichnet, sondern bereits während des Flugs erfahrbar. Die panoramatische Übersicht verwandelt sich damit in einen navigierbaren und körperlich erfahrbaren Wahrnehmungsraum. Zur Markteinführung liegt der Preis der Drohne in der Grundausstattung bei 1399 €. Indes stößt die Nutzung der Drohne auf rechtliche Widrigkeiten: Die Luftverkehrsordnung schreibt vor, dass beim Fliegen einer Drohne die Privatsphäre anderer Personen zu respektieren ist und Nachbargrundstücke oder Wohnungen nicht erfasst werden dürfen. Die Antigravity A1 ist jedoch gerade darauf ausgelegt, ihre gesamte Umgebung aufzuzeichnen. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Drohnen, deren Kamera gezielt ausgerichtet werden kann, erfasst sie grundsätzlich alles, was sich ober- und unterhalb sowie ringsum das Fluggerät befindet. Dadurch wird es erheblich schwieriger, unbeabsichtigte Aufnahmen fremder Grundstücke oder Personen zu vermeiden. – Lea Marie Hartmann (2026)

Literatur / Quellen:

  • Kremp, Matthias: „Diese Drohne sieht alles. Antigravity A1 im Test“. In: DER SPIEGEL, 3. Januar 2026.

Weblinks:

🖙 Heymann, Daniel: „Drohnen fliegen: Was bei der privaten Nutzung erlaubt ist“. (ZDFheute.de)

Schlagwörter: 360°, Allwahrnehmung, Ästhetik, audiovisuell, begrenzte Allheit, bildvisuell, Draufblick, faktual, Fernblick, Film, Foto, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, offen, Panoramaflug, Speicher, Technik, Überwachung, visuell, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2024 – Brücke der nationalen Einheit (Ungarn)


Die Brücke der nationalen Einheit (auch: Brücke des nationalen Zusammenhalts, ungarisch: Nemzeti összetartozás hídja) ist eine Fußgängerbrücke in Sátoraljaújhely im Nordosten Ungarns. Sie ist mit einer Spannweite von 723 Metern die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Das Bauwerk ist Teil des Zemplén-Abenteuerparks und verbindet die Berge Szárhegy und Várhegy im Tokajer Gebirge. Aus einer Höhe von 80 Metern bietet die Brücke imposante Ausblicke auf die umliegenden Wälder, das Zemplén-Gebirge sowie bis zur slowakischen Grenze. Wer über die Hängebrücke spaziert, muss schwindelfrei sein, denn in der Mitte befindet sich ein acht Meter langer Glassteg. Dieser bietet den Besuchern einen allseitigen Ausblick und besonderen Nervenkitzel. – Jakob Wallis

Weblinks:

🖙 Reisereporter
🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, Bauwerk, Denkmal, Draufblick, faktual, Fernblick, geordnet, haptisch, Laufpräsentation, Organisation, Panoramaflug, Realpanoramatik, Technik, visuell

2021 – Rébecca Dautremer, Eine winzig kleine Sekunde

Großformatiges Buch, das die ‚Geschichte einer einzigen Sekunde‘ erzählen möchte. Anhand von 100 Figuren, die sich über ein mehr als 2 m breites Ausklapp-Tableau verteilen und deren je aktuelle Lage im Beibuch jeweils in einem kurzen Abschnitt beschrieben wird, entfaltet sich das Panorama einer augenblicklichen Geschehnislage. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Dautremer, Rébecca: Eine winzig kleine Sekunde, Berlin: Insel 2022
Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Draufblick, Ekphrasis, fiktional, Gemälde, geordnet, Gesamtprojektion, Großtableau, Laufpräsentation, Leporello, Medialpanoramatik, Mikropanoramatik, mimetisch, Panorama-Beschreibung, Panorama-Diskurs, Panoramabild, panoramatische Erzählung, Rahmenexpansion, schematisch, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wimmelbild, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation

2021 – Aussichtsplattform Summit One Vanderbilt


Transparente Panorama-Plattform mit ‚freischwebendem‘ New-York-Ausblick, beispielhaft für den unverminderten weltweiten Inszenierungswettbewerb um immer spektakulärere Panoramablick-Attraktionen. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Webseite
🖙 Touristische Präsentation

Schlagwörter: 360°, Bauwerk, Blicktransparenz, Denkmal, Draufblick, Event/Performance, faktual, Fernblick, Immersion, Medialpanoramatik, Realpanoramatik, Skulptur, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2020 – Virtual-Travelling-Website Drive and Listen

Während der Corona-Pandemie ins Leben gerufene Website des in München studierenden türkischen Studenten Erkam Seker. Sie entsteht aus der Idee, Menschen während der Einschränkungen auf virtuellem Wege dennoch Reisen in andere Städte zu ermöglichen. Mithilfe einer digitalen Kamerafahrt erhält man die Möglichkeit, die emulierte Umgebung aus mehreren Perspektiven zu betrachten und dort zeitgleich real regionales Radio zu hören. Dabei kann man zwischen verschiedenen Fortbewegungsmitteln wie etwa Auto, Fahrrad oder Zug wählen und mittels Drohnenfahrten auch einen panoramatischen Ausblick über das jeweilige Stadtbild erhalten. – Cora Zobel / Lena Reuther

Weblinks:

🖙 Website Drive&Listen

Schlagwörter: 360°, audiovisuell, auditiv, bildvisuell, Draufblick, faktual, Fernblick, Film, geordnet, Gesamtkompendium, Immersion, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, Moving Panorama, offen, Organisation, Panoramaflug, Rahmenexpansion, schematisch, Technik, Unterhaltung, Utopie/Dystopie, Zentralblickpunkt

2018 – Sam Smith, Das große Panoramabuch: Unser Sonnensystem


Das großformatige Leporello stellt das Planetensystem in einer fortlaufenden Bildstrecke dar. Durch kindgerechte Illustrationen entsteht der Eindruck eines vollständigen Blicks auf den kosmischen Raum unserer Galaxie. Die lineare Ordnung und räumliche Kontinuität ermöglichen eine übersichtliche Orientierung. Zwar wird die Totalität nur teilweise erreicht, da sich reale Abstände, Größenverhältnisse und Bewegungen nicht maßstabsgetreu abbilden lassen, doch die Verbindung von physischem Panorama und vereinfachter Wissensdarstellung macht ein für Kinder wie Erwachsene unfassbar komplexes System spielerisch zugänglich. Der panoramatische Kern liegt im kontinuierlichen Bildraum, der die Planeten vergleichbar macht. Vorläufer finden sich in historischen astronomischen Tafeln, Himmelsatlanten und Planetarien. Moderne Übersichtsgrafiken und digitale Darstellungen des Weltalls knüpfen daran an. Als didaktisches Propädeutikum leistet die (Kinder-)Buchform dazu nach wie vor einen hilfreichen Beitrag. – Lilli Weisenburger (2026)

Literatur / Quellen:

  • Smith, Sam: Das große Panoramabuch: Unser Sonnensystem, London: Useborn 2018.
Schlagwörter: Ästhetik, Ausfaltung, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, Fernblick, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation

2018 – Goldene Brücke


Die Goldene Brücke ist eine 150 Meter lange Fußgängerbrücke im Bà-Nà-Hills-Resort des Truong-Son-Gebirge in der Nähe der vietnamesischen Großstadt ÐàN?ng. Sie wird im Juni 2018 nach einjähriger Bauzeit eröffnet und besteht aus einem Stahlgeflecht und Fiberglas. Primär als Zubringer einer Seilbahnstation gebaut, verbindet sie diese mit den Gartenanlagen eines Berghotels. Von der Brücke, die 1400 Meter über dem Meeresspiegel liegt, bietet sich eine majestätische Panorama-Aussicht auf die umgebende Landschaft. Die zwei riesigen Steinhände, die das Bauwerk zu stützen scheinen, machen es zu einer der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten des Landes, die Touristen zum Beschauen wie zum Über- und Herunterschauen gleichermaßen einlädt. – Jakob Wallis

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Asiatica-travel

Schlagwörter: Ästhetik, Bauwerk, Denkmal, Draufblick, faktual, Fernblick, geschlossen, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Naturpanorama, Organisation, Realpanoramatik, Technik, Überwachung, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

2017 – Kinderbuchreihe Scanorama

Die Kindersachbücher von Anna Claybourne widmen sich spektakulären Themen aus der Fauna wie Gefährliche Tiere, Sensationelle Tierrekorde oder Dinosaurier. Die Seiten sind durch Schieber aus Papier und Folie ergänzt. Diese Streifen lassen sich auf der Seite hin- und herschieben, wodurch das Innere der Tiere an diesen Stellen sichtbar, also ein Röntgenblick simuliert wird. Die partielle Durchschau kann verstören, wirkt aber zugleich bezähmend. Wie einst das Kaiserpanorama sucht und bannt das Scanorama seine Sensationen. – Lea-Sophie Dettmann | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Claybourne, Anna: Scanorama: Gefährliche Tiere, Frankfurt am Main: Fischer Meyers Kinderbuch 2017
Schlagwörter: Animation, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Relief, schematisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Voletarium im Europapark

Mit der Eröffnung des Voletariums am 3. Juni 2017 wird der Europapark in Rust, der meistbesuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum, um eine innovative Attraktion reicher. Dabei handelt es sich um ein Panoramatic Flying Theater, das den klassischen Motion Simulator in eine neue Dimension überführt. Die Gäste sitzen in offenen Gondeln, die an massiven Stahlträgern befestigt sind und sich während der Fahrt parallel zur Leinwand in alle Richtungen bewegen. Erst in dieser schwebenden Position entsteht die Illusion, selbst im Raum zu hängen, während vor, über und unter einem ein nahtlos gefilmter Rundflug über Europa beginnt.

Die Technik arbeitet dabei mit präziser Synchronität: Die Bewegungen des Motionsystems greifen genau die Richtungen, Beschleunigungen und Neigungen der gezeigten Bilder auf, so dass das visuelle Erleben und die eigene Körperbewegung sich wie ein einziger Ablauf anfühlen. Unterstützt wird die Realerfahrungseinheit durch Geruchseffekte, Wind und feinen Regennebel, die das Geschehen atmosphärisch verdichten und die visuelle Perzeption über die Leinwand hinaus erweitern.

So entsteht ein immersives Rundumerlebnis, ein 5D-Eindruck, in dem Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Bewegen ineinander übergehen, bis der Flug beinahe echt wirkt. – Larissa Kurti (2026)

Weblinks:

🖙 Doku über den Bau des Voletariums
🖙 Infos zu anderen Flying Theaters

Schlagwörter: 360°, Animation, audiovisuell, Bauwerk, begrenzte Allheit, bildvisuell, Draufblick, faktual, Fernblick, Film, Gesamtprojektion, geschlossen geordnet, haptisch, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Medientechnik, mimetisch, Moving Panorama, Panoramaflug, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2017 – Peters’ Synchronoptische Weltgeschichte online auf Herodot

Der Datenbestand der 1952 in Printform erschienenen und 2010 in offline-digitale Form überführten welthistorischen Zeitkarte von Arno Peters wird online verfügbar. Die dafür genutzte zeitkartografische Software Herodot, die in einer Wiki-Umgebung auch andere Zeitkarten präsentieren kann (namentlich eine tageskörnige Präsentation des Zeitraums von 1918 bis 1950 in über 50.000 Einzeleinträgen), bietet nicht nur stark erweiterte Erschließungs- und Vertiefungsoptionen, sondern auch die Möglichkeit, neu erarbeitete Datenbestände und Einträge hinzuzufügen. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Burch, Thomas: „Die Sichtbarmachung der Gleichzeitigkeit. Von Arno Peters’ Synchronoptischer Weltgeschichte zurück in die Zukunft zu Herodot“. In: Zwischen artes liberales und artes digitales. Beiträge zur traditionellen und digitalen Geisteswissenschaft. Festschrift gewidmet Michael Trauth zum 65. Geburtstag am 10. Mai 2015, hg. von Alexandra Geissler und Matthias Schneider, Marburg: Tectum 2016, S. 183–209

Weblinks:

🖙 Startseite Herodot-Wiki
🖙 Grundkarte Peters auf Herodot

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Bild, bildvisuell, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation