2011 – Ólafur Elíasson, Your Rainbow Panorama


Auf einem Dach des Kunstmuseums ARoS im dänischen Aarhus installierter, begehbarer Rundring von 150 m Umfang mit panoramatischen Aussichts-Glaswänden, die so getönt sind, dass sie sich zu einem ‚Regenbogen-Farbkreis‘ schließen. – Lea Müller | Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Website Eliasson
🖙 Rainbow Panorama

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, bildvisuell, Blicktransparenz, Denkmal, Didaktik, faktual, Fernblick, geordnet, Gesamtdiagramm, geschlossen, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Naturpanorama, offen, Realpanoramatik, Rundband, Rundbau, schematisch, Skulptur, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

2011 – Thomas Köner, Europa – ein Klangpanorama

Aus dem Programmtext der Sound-Installation: „Wie klingt Dein Europa? Diese Frage richteten Deutschlandradio Kultur, das Goethe Institut Belgrad und das Institut für Musik und Akustik am ZKM Karlsruhe [2010] an angehende Klangkünstler:innen von Gibraltar bis in den Ural. Als Antwort kamen über 180 Einsendungen aus 25 Ländern.“ Köners Arbeit kombiniert die klangpanoramatische Tradition von geografisch weit erstreckten Simultan-Soundscapes, für die als Pionier vor allem Bill Fontana steht, mit dem Aufruf-Prinzip von Ernst Schnabels Hör-Panorama parallelen Zeitgeschehens in Der 29. Januar 1947. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 DLF-Ankündigung

Schlagwörter: Ästhetik, auditiv, begrenzte Allheit, Denkmal, Didaktik, faktual, Fernblick, fiktional, Gesamtprojektion, Hörwerk, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Technik, Überbreite, Überwachung, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2011 – Globale Videokollaboration Life in a Day

Life in a Day (Life in a Day – Ein Tag auf unserer Erde, USA/UK 2011, R: K. Macdonald) ist ein kollaborativer Dokumentarfilm, der aus circa 80.000 Videos kompiliert wurde, die User:innen hierfür auf YouTube eingestellt hatten. Die Videos kommen aus den verschiedensten Regionen der Welt und wurden alle am 24. Juli 2010 aufgenommen. Über diese multiperspektivische Dokumentation eines bestimmten Tages gestaltet der Film ein Mosaik des menschlichen Lebens. Der jeweils individuelle Blick eines Videos steht im Spannungsverhältnis zur globalen Perspektive des Projekts. Das kollektive Bild erzeugt eine panoramatische Collage diverser Kulturen, Länder und Alltagssituationen. Eine Dekade später erscheint der Fortsetzungsfilm Life in a Day 2020 (USA 2021, R: K. Macdonald), der Videos zum 25. Juli 2020 versammelt. Auch er vergleicht in Montagesequenzen die Ähnlichkeiten der Erfahrungen in der Arbeit oder Liebe. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, der George-Floyd-Proteste oder von Naturkatastrophen offenbaren die globale Reichweite dieser Phänomene in einer immer engmaschiger vernetzten Menschheit. Beide Filme sind sowohl Zeitkapseln als auch Panoramen der Vielfalt menschlichen Lebens. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Jovanovic, Nenad: „Life in a Day: ideology of form, form of ideology“. In: Studies in Documentary Film 10 (2016), H. 1, S. 37–52, S. 37–52
  • Gotto, Lisa: „Life in a Day / One Day on Earth: Visibility and Visuality in the Digital Arena“. In: The International Journal of the Image 1 (2011), H. 2, S. 179–184, S. 179–184

Weblinks:

🖙 YouTube: Life in a Day (2011)
🖙 Youtube: Life in a Day 2020 (2021)

Schlagwörter: audiovisuell, begrenzte Allheit, bildvisuell, Denkmal, faktual, fiktional, Film, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, mimetisch, offen, Organisation, panoramatische Erzählung, Speicher, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung

2011 – OneZoom, interaktiver Baum des Lebens


OneZoom ist ein web-basiertes Bildungsprojekt, dessen Ziel ist, das Wissen über Evolution und über das Leben auf der Erde zu verbreiten. Es ist sowohl für Schüler als auch für Studenten und Wissenschaftler geeignet. Das Projekt wurde im Jahr 2011 vom britischen Forscher James Rosindell begründet und im Jahr 2012 veröffentlicht. Die Darstellung der Daten ist rekursiv organisiert: Zuerst wird eine integrale, aber undifferenzierte Baumstruktur dargestellt, deren Zweige beim Vergrößern des Bildes detaillierter entfaltet werden. Auf diese Weise kann man sowohl eine grobe Ansicht auf das Leben und dessen Entstehungs- und Verwandtschaftsverhältnisse insgesamt bekommen, als auch in einer fraktalen Bewegung bestimmte Areale bis hin zu einzelnen Arten genauer betrachten. Für jede Art stehen auch zusätzliche Informationen zur Verfügung. Auf der Webseite kann man zudem das Niveau der Bedrohung für verschiedene Lebewesen sehen. Auch gibt es viele weiterführende Links zu Online-Enzyklopädien und weiteren wissenschaftlichen Ressourcen wie dem National Center for Biotechnology Information (NCBI). OneZoom stellt insgesamt 2.235.473 Spezies dar und präsentiert sich damit als „A view of all known life“. – Sofya Sinelnikova

Weblinks:

🖙 OneZoom

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2010 – Kontinuierliche 360°-Fotofunktion im Smartphone

Sony führt eine Smartphone-Funktion ein, bei der durch einen gleichmäßigen, langsamen Schwenk der Handykamera direkt ein integrales Foto im Panoramaformat erzeugt wird, anstatt dass wie zuvor de facto mehrere getrennte Bilder aufgenommen und nachträglich zusammengefügt werden. – Lea Müller

Weblinks:

🖙 SPIEGEL-Artikel

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2010 – Burj Khalifa


Nach einer Bauzeit von weniger als sechs Jahren wird der Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai – mit seinen 163 Stockwerken und einer Höhe von 828 m das höchste Bauwerk der Welt – am 4. Januar 2010 offiziell eröffnet. Der US-amerikanische Architekt Adrian Smith und das Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill, das mit dem Sears Tower bereits zuvor ein welthöchstes Gebäude konzipierte, entwirft das Gebäude nach dem Vorbild des Spiralminaretts der Moschee von Samarra, der einst größten Moschee der Welt.

Einen Tag nach der Eröffnung des Burj Khalifa wird auf dessen 124. Etage eine Freiluft-Aussichtsplattform auf 453 m Höhe eingeweiht, zu dieser Zeit die höchste der Welt. Nachdem sie im Dezember 2011 durch eine Aussichtsplattform des Canton Towers in Guangzhou auf 488 m Höhe abgelöst wird, bietet der 148. Stock ab Oktober 2014 auf 555 m eine noch höhere Aussichtsplattform. Diese wird im Juni 2016 durch die wiederum höhere Aussichtsplattform des Shanghai Towers auf 561 m abgelöst, woraufhin im Februar 2019 schließlich auf den Stockwerken 152–154 des Burj Khalifa auf 584 m Höhe die einstweilen höchste Lounge der Welt errichtet wird. Wie sich der Senkrechtvergleich zwischen Dubai und China weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Europa und die USA sind spätestens seit der Jahrtausendwende nicht mehr im Wettbewerb. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Hill, John: Skyscraper: Vom Tribune Tower in Chicago bis zum Burj Khalifa in Dubai, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2018, S. 134–137

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Offizielle Homepage

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2010 – Der digitale Peters

Der Datenbestand der ➚ Synchronoptischen Weltgeschichte von Arno Peters, die 1952 in Buchform erstmals erschienen, wird digitalisiert und auf CD-ROM mit einem Beibuch publiziert. Aus dem vormaligen Ausklappkarten wird so eine integrale Digitalkarte, die sich auf einem 24-Zoll-Bildschirm horizontal über 37 m scrollen lässt. Die Suchfunktionen sind gegenüber der Print-Präsentation maßgeblich verbessert. Zudem wird Peters’ Karteikartenbasis, gleichsam der archivarische Maschinenraum seiner Universalhistorie, zugänglich gemacht. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Behrendt, Hans Rudolf/Burch, Thomas/Weinmann, Martin: Der Digitale Peters. Arno Peters Synchronoptische Weltgeschichte, Wiesbaden: Büro W Zweitausendeins 2010

Weblinks:

🖙 Der Digitale Peters auf Herodot

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2010 – Michaela Melián, Memory Loops

Auditives Über- und Einblicks-Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München. Auf einer interaktiven Online-Karte können von Schauspieler:innen gesprochene Transkriptionen von O-Tönen aus der Zeit von 1933 bis 1945 sowie von Kindern gesprochene Textzeugnisse zu den einzelnen Orten angehört und so im Münchener Stadtraum verortet werden. Insgesamt bietet Memory Loops als ortsakustisches München-Tableau 300 deutsche und 175 englische Tonspuren, die durch die Stadt zur Stadtgeschichte führen, was über Hinweistafeln in der Münchener Innenstadt auch offline möglich ist. – Hannah Bartölke

Literatur / Quellen:

  • Metzger, Stephanie: „Zwischen Speicher und Ereignis – Memory Loops von Michaela Melián“. In: Sound und Performance: Positionen – Methoden – Analysen, hg. von Wolf-Dieter Ernst, Nora Niethammer, Berenika Szymanski-Düll, u. a., Würzburg: Königshausen & Neumann 2015, S. 497–511

Weblinks:

🖙 Memory Loops – interaktive Karte 
🖙 Artikel Memory Loops – Rosa Luxemburg Stiftung 

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2010 – Infinitypool des Marina Bay Sands Hotels (Singapur)

Infinitypools (auch als ‚Überlaufpools‘ oder ‚Unendlichkeitsbecken‘ bekannt) sind seit Jahren ein beliebtes architektonisches Feature. Durch die besondere Bauweise des Pools ändert sich sowohl der Blick als auch die Perspektive der Schwimmenden auf die räumliche Umgebung. Designziel ist eine optische Illusion des Unendlichen. Dies wird durch eine abgesenkte Kante des Beckens ermöglicht, über die das Wasser kontinuierlich in eine außenliegende Überlaufrinne strömt. Von dort aus wird es in den Kreislauf des Pools zurückgeführt. Diese Bauweise erzeugt die visuelle Illusion, dass der Pool keine Begrenzung habe. Zudem integrieren sich Infinitypools häufig durch ihre spiegelnde Oberfläche in die umliegende Landschaft und liegen demgemäß bevorzugt an erhöhten Orten wie Hügeln, Klippen oder Dächern. Dadurch scheinen sie direkt mit der Umgebung zu verschmelzen, seien dies Wassermassen wie das Meer oder ein See, oder seien es Berge oder der Himmel. So oder so ermöglichen Infinitypools einen freien Blick und lassen Schwimmende das umliegende Panorama – etwa von Großstädten wie Singapur – genießen. Die Gestaltung ohne sichtbare Kanten lenkt den Blick nicht ab und eröffnet eine ungehinderte Aussicht. Dies verstärkt das Gefühl, Teil der Umgebung zu sein.

Um 2025 befindet sich der wohl bekannteste Infinitypool auf einer Dachterrasse, welche als Brücke dient und die drei Türme des 2010 eröffneten Marina Bay Sands Hotels in Singapur verbindet. Das Schwimmbecken liegt im 56. Stock auf knapp 190 Metern Höhe, misst 146 Meter Länge und ist somit zugleich das weltgrößte Außenschwimmbad in solcher Höhe. Gleichwohl gibt es im Dubaier Adress Beach Resort seit 2021 einen noch ca. 100 Meter höher gelegenen Infinitypool, der vom ebendort gelegenen Burj-Khalifa-Wolkenkratzer allerdings seinerseits um mehrere hundert Meter überragt wird. – Nele Schön / Lena-Maria Weiß

Weblinks:

🖙 Hotel-Website Singapur
🖙 Pool-Website Dubai

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2009 – Kindlers Literatur Lexikon (3. Auflage)

Kindlers Literatur Lexikon (KLL) führt in seiner dritten, vom Gründer der Zeitschrift text + kritik Heinz Ludwig Arnold (1940–2011) herausgegebenen Fassung den panoramatischen Anspruch seiner Vorgänger Helmut Kindler (➚ Kindlers Literatur Lexikon) und Walter Jens (➚ Kindlers Neues Literatur Lexikon) fort, die bedeutenden Werke der Weltliteratur aller Zeiten und Kulturen in einem gemeinsamen Referenzwerk zu versammeln. Im Rahmen der dritten Auflage wird das KLL nicht nur behutsam aufgefrischt, sondern umfassend neukonzipiert, indem es auf die tiefgreifenden politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Veränderungen seit dem Ende des Kalten Krieges reagiert. Phänomene wie die zunehmende Globalisierung sowie die verstärkte Wahrnehmung außereuropäischer Literaturen machen nach Auffassung der Redaktion eine grundlegende Neubewertung des bisherigen Bestands erforderlich.

An der Neufassung wirken 75 Fachberaterinnen und Fachberater, außerdem rund 1600 Autorinnen und Autoren mit. Sämtliche Literatur- und Sachgebiete werden systematisch überprüft, vorhandene Artikel aktualisiert oder neu geschrieben und die Auswahl der Werke erstmals ausdrücklich unter dem Gesichtspunkt der Kanonbildung reflektiert. Diese wird hierbei als ein dynamischer, die Gesellschaft widerspiegelnder Prozess verstanden.

Mit der dritten Auflage erweitert und verschiebt sich der Bestand erheblich. Während romanische Literaturen reduziert werden, erhalten nordamerikanische, afrikanische sowie süd- und südostasiatische Literaturen deutlich mehr Raum. Auch die Sachliteratur wird breiter repräsentiert und umfasst nun neben Philosophie und Religion verstärkt auch Werke aus Naturwissenschaften, Mathematik, Sozialwissenschaften, Politik, Ökonomie, Geschichte, Medizin sowie Kunst und Ästhetik. Insgesamt werden rund 7900 Beiträge aus dem KNLL übernommen und überarbeitet, etwa 5900 Artikel neu verfasst und zusätzlich über 7700 biographische Kurzartikel aufgenommen.

In einigen Fällen komprimiert die dritte Auflage die Länge ihrer Lexikonartikel. So zählt der Eintrag zum Gilgamesch-Epos in der 2. Auflage noch mehr als 9300 Wörter, in der 3. Auflage dagegen nur noch knapp über 800 Wörter. Die Literaturhinweise werden im Rahmen der dritten Auflage durchgehend auf ein Minimum gekürzt.

Die Online-Ausgabe des KLL ist mit einem kostenpflichtigen Zugang über die Website des Munzinger-Archivs nutzbar. – Lea Marie Hartmann (2026)

Literatur / Quellen:

  • Arnold, Heinz Ludwig (Hg.): Kindlers Literatur Lexikon. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. 18 Bde. Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler 2009.

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Digithek – Kindlers Literatur Lexikon (KLL) über Munzinger Verlag

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Buch, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, geschlossen, Medialpanoramatik, schematisch, symbolisch, Text, textuell, Wissenschaft, Zugriffspräsentation