2022 – Veröffentlichung von ChatGPT-3.5

ChatGPT ist ein Chatbot des Softwareunternehmens OpenAI, das seinen Hauptsitz in San Francisco hat. Auf Basis großer menschengenerierter Datenkorpora registriert und emuliert der Bot menschliche Sprache sowohl schriftlich wie mündlich und erzeugt Antworten, die denen von Menschen ähneln. Große Aufmerksamkeit erlangt ChatGPT ab November 2022, als OpenAI die Version ChatGPT-3.5 öffentlich einführt. Seither spielt die 2015 als Non-Profit-Projekt begonnene, ab 2019 aber eng an den Microsoft-Konzern gebundene Software-Entwicklung, die in rasch aufeinanderfolgenden Versionen immer neue Funktionen (Bilder, Musik, Film, PowerPoint etc.) integriert und bald Konkurrenz durch andere Großkonzern-Angebote erhält, im privaten wie im öffentlichen Leben eine bedeutende Rolle. Das Panoramatische an ChatGPT besteht darin, dass der Bot theoretisch auf nahezu jede Frage eine Antwort zu wissen scheint. Auf die panoramatische Frage „Kannst du alles?“ antwortet er Ende 2024 bescheiden mit: „Ich kann sehr viel, aber nicht alles. Ich bin hervorragend darin, Informationen zu recherchieren, Fragen zu beantworten, Texte zu schreiben, kreative Ideen zu liefern und viele Probleme zu lösen. Doch es gibt Grenzen: Ich habe keine persönlichen Erfahrungen, Emotionen oder Bewusstsein. Meine „Weisheit“ basiert auf Wissen und Logik, nicht auf Empathie oder Lebenserfahrung. Ich bin nur so aktuell wie die Daten, auf die ich zugreifen kann. Wenn ich das Internet nutze, kann ich aktuelle Ereignisse recherchieren, aber mein Grundwissen bleibt zeitlich begrenzt. Ich kann kreativ sein, aber ich folge Regeln. Zum Beispiel werde ich keine urheberrechtlich geschützten Inhalte replizieren oder moralisch fragwürdige Dinge unterstützen. Auch ich liege manchmal falsch – durch Missverständnisse, falsche Datenquellen oder fehlenden Kontext. Aber hey, wenn ich mal etwas nicht weiß, helfe ich dir, es herauszufinden!“ – Nele Schön | Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 ChatGPT
🖙 ChatOpenAI

Schlagwörter: Animation, Ästhetik, audiovisuell, auditiv, Bild, bildvisuell, Diagramm, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, fiktional, Film, Foto, Gemälde, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Hörwerk, Karte, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Technik, Text, textuell, Überwachung, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Unterhaltung, Utopie/Dystopie, Wissenschaft, Zeichnung, Zugriffspräsentation

2012 – Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD)

Das Forschungsprojekt Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand der Familiennamen im Deutschland zu erfassen und zu erforschen. Die Ergebnisse werden in einem digitalen Wörterbuch öffentlich zugänglich gemacht, wo sie alphabetisch geordnet vorzufinden sind. Über die Projektlaufzeit bis voraussichtlich 2035 wird das Wörterbuch durch das Forschungsteam stetig erweitert.

Die einzelnen Artikel verzeichnen die auf Grundlage der genutzten Datenbestände ermittelte Häufigkeit eines Familiennamens, dessen deutschlandweiten Rang, das Sprachvorkommen, die Etymologie bzw. (mögliche) Herkunft sowie die geographische Verbreitung, die mithilfe von Karten angezeigt wird. Ebenfalls erfasst werden die Varianten eines Namens (z.B. Schmitt bzw. Schmidt, Schmitz, Schmid oder Smit). Auch weiterführende Literaturhinweise sind vermerkt.

Abgesehen von seiner enzyklopädischen, dezidiert auf eine möglichst restlose Registratur und Präsentation des betreffenden Korpus zielenden Anlage zeigt das Projekt insofern panoramagische Züge, als es sowohl räumlich wie auch zeitlich maximale Konturierung anstrebt: räumlich durch die kartographische Darstellung der Namenshäufigkeiten sowie – über den deutschen Sprachraum hinausgreifend – durch Hinweise auf mögliche Varianten in benachbarten Landessprachen, etwa dem Niederländischen; zeitlich durch das Augenmerk auf die Geschichte und Herkunft der Namen. Mithilfe moderner Datenerhebung und -präsentation erarbeitet die Namensforschung so ein vormals nie ähnlich umfassend und dynamisch denkbares Gesamtkompendium und Gesamtarchiv eines Sprachfelds, das buchstäblich alle einschließt.

Das Projekt ist eine Kooperation der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur, der Technischen Universität Darmstadt sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. – Lena-Maria Weiß

Weblinks:

🖙 Website Namensforschung
🖙 Digitales Wörterbuch

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Idealpanoramatik, Karte, Medialpanoramatik, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Text, textuell, Wissenschaft, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2010 – Michaela Melián, Memory Loops

Auditives Über- und Einblicks-Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München. Auf einer interaktiven Online-Karte können von Schauspieler:innen gesprochene Transkriptionen von O-Tönen aus der Zeit von 1933 bis 1945 sowie von Kindern gesprochene Textzeugnisse zu den einzelnen Orten angehört und so im Münchener Stadtraum verortet werden. Insgesamt bietet Memory Loops als ortsakustisches München-Tableau 300 deutsche und 175 englische Tonspuren, die durch die Stadt zur Stadtgeschichte führen, was über Hinweistafeln in der Münchener Innenstadt auch offline möglich ist. – Hannah Bartölke

Literatur / Quellen:

  • Metzger, Stephanie: „Zwischen Speicher und Ereignis – Memory Loops von Michaela Melián“. In: Sound und Performance: Positionen – Methoden – Analysen, hg. von Wolf-Dieter Ernst, Nora Niethammer, Berenika Szymanski-Düll, u. a., Würzburg: Königshausen & Neumann 2015, S. 497–511

Weblinks:

🖙 Memory Loops – interaktive Karte 
🖙 Artikel Memory Loops – Rosa Luxemburg Stiftung 

Schlagwörter: Ästhetik, auditiv, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Draufblick, Enzyklopädie, faktual, Gesamtprojektion, Großtableau, Hörwerk, Karte, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, offen, panoramatische Diskursform, schematisch, Speicher, Text, textuell, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2005 – Letzte gedruckte Brockhaus-Auflage


Den medienerweiterten Endstand deutschsprachiger Print-Enzyklopädik registriert die Wikipedia wie folgt: „Die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie ist ein Allgemeinlexikon in 30 Bänden, das auf rund 24.500 Seiten rund 300.000 Stichwörter behandelt, etwa 40.000 Bilder und ein Tonarchiv mit etwa 4000 Hörbeispielen (Gesamtspielzeit von rund 70 h) umfasst. Es wurde herausgegeben und betreut vom Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus. Die Druckfassung erschien 2005 und 2006, eine Fassung mit USB-Stick und zwei DVDs wurde 2005 ausgeliefert, die Online-Fassung wurde bis 2010 aktualisiert.“ Auch im deutschen Sprachraum ist die Universal-Enzyklopädik damit in der Wikipedia aufgegangen, mit großen Vor- und gravierenden Nachteilen. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, Foto, geordnet, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Karte, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, mimetisch, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Technik, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Weltatlas, Wissenschaft, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2004 – Fandom: Die Plattform für Popkultur-Communities


Fandom, früher bekannt als Wikia, ist eine der weltweit führenden Online-Plattformen für Fanseiten und Communities rund um Popkultur, Videospiele, Filme, Serien und andere medienbezogene Themen. Von Jimmy Wales, dem Mitbegründer von Wikipedia, und Angela Beesley Starling im Jahr 2004 gegründet, bietet Fandom eine strukturierte Umgebung, in der Nutzer gemeinsam Wissensdatenbanken zu spezifischen Themen erstellen und pflegen können. Die Webseite nutzt das Wiki-Format, was es Community-Mitgliedern ermöglicht, Inhalte kollaborativ zu erstellen und zu bearbeiten. Mit momentan ca. 50 Millionen Seiten (Stand 23.01.2025) und einer breiten Nutzerbasis ist Fandom zu einer unverzichtbaren Ressource für Fans und Interessierte geworden, die detaillierte Informationen zu ihren Lieblingsserien, Spielen oder Franchises suchen. Charakteristisches Merkmal ist dabei gerade die thematische Vielfalt: Jede Community hat die Freiheit, ihre Inhalte und die Gestaltung ihres Wikis an die spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Zielgruppe anzupassen. Neben den Wiki-Funktionen bietet Fandom auch redaktionelle Inhalte, darunter News, Artikel und Interviews, die von einem professionellen Team erstellt werden. Zudem ist die Plattform in der Gaming-Welt durch ihre umfassenden Datenbanken und Guides für Videospiele besonders populär. Mit der Integration von Diskussionsforen, Blogs und anderen interaktiven Elementen fördert Fandom den sozialen Austausch innerhalb der Communities. Die unzähligen Wikis bieten eine panoramatische Perspektive auf die jeweiligen Franchises. Ähnlich wie ein Panorama einen umfassenden Überblick über eine Landschaft bietet, erlaubt Fandom den Nutzern, die komplexen und vielfältigen Elemente eines fiktionalen Universums zu erfassen. Die Struktur der Plattform ermöglicht es, sowohl in die Tiefe einzelner Details einzutauchen als auch die größeren Zusammenhänge innerhalb der Lore, der Charakterentwicklungen und der erzählerischen Welt zu überblicken. Darüber hinaus spiegelt die visuelle und inhaltliche Aufbereitung vieler Fandom-Wikis eine panoramatische Herangehensweise wider: Die Seiten sind so aufgebaut, dass sie einen weiten, umfassenden Blick auf die Spiel- oder Erzählwelt gewähren, wobei Detailinformationen zugleich leicht zugänglich bleiben. Dadurch wird Fandom zu einem digitalen Gesamtkompendium, das ästhetische, narrative und funktionale Dimensionen vereint und Fans ermöglicht, ihre Lieblingswelten aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden. – Felix Klopsch / Lena-Maria Weiß

Weblinks:

🖙 Fandom-Website
🖙 Webseite – Wikipedia

Schlagwörter: Animation, audiovisuell, auditiv, Bild, bildvisuell, Enzyklopädie, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Inhaltspanoramatik, Medialpanoramatik, Medieninstallation, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zugriffspräsentation

2001 – Wikipedia


Von Jimmy Wales and Larry Sanger am 15. Januar 2001 gegründetes Projekt einer gemeinnützigen kooperativen Online-Enzyklopädie mit dem Anspruch, das Weltwissen nach Stichworten zu erfassen und – anders als es die (seither fast vollständig verschwundenen) traditionellen Print-Enzyklopädien konnten – laufend aktuell zu halten. Ein weiterer Anspruch zielt von Anfang an darauf, das Weltwissen in allen Sprachen verfügbar zu machen. Als erste nicht-anglophone Version startet die deutschsprachige Wikipedia bereits im März desselben Jahres. Indes bleiben Sprach-, Kultur- und Kommunikationsbarrieren – selbst nach dem Durchbruch automatisierter Übersetzungs-Software – vielfach weiterhin wirksam. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Wikipedia (D)

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Bild, bildvisuell, Diagramm, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, fiktional, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Technik, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Unterhaltung, Wissenschaft, Zugriffspräsentation

1995 – Orbis Pictus Revisited

Interaktive Amsterdamer Medieninstallation zu Comenius’ didaktischem Gesamtkompendium von 1658. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Netz-Präsentation

Schlagwörter: Animation, audiovisuell, auditiv, Bild, bildvisuell, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Enzyklopädie, Event/Performance, faktual, Film, Foto, Gemälde, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, geschlossen, haptisch, Immersion, Karte, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, Organisation, Rundband, Rundbau, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugriffspräsentation

1988–1992 – Kindlers Neues Literatur Lexikon

Kindlers Neues Literaturlexikon (KNLL) ist eine Werkenzyklopädie der Literatur aller Länder, Genres und Epochen, die den im ➚ Kindlers Literatur Lexikon etablierten panoramatischen Anspruch einer Gesamtrepräsentation der Literaturgeschichte fortführt und methodisch sowie strukturell weiterentwickelt. In der unter Walter Jens neu konzipierten zweiten Version, die von 1988 bis 1992 erscheint, sind die Werke nicht länger einzeln alphabetisch aufgeführt. Stattdessen sind sie ihren jeweiligen Verfasserinnen bzw. Verfassern (in sich alphabetisch) gruppenweise zugeordnet, so dass die globale Alphabetanordnung nun nicht mehr durch die oft kaum bekannten originalsprachlichen Titel, sondern – intuitiver – durch die Namen der Autorinnen und Autoren bestimmt ist. Zudem wird der gegenüber der ersten Version des KLL signifikant erweiterte und aktualisierte Bestand an Einzeleinträgen durch umfangreiche Begleitessays kultur-, literatur- und ideengeschichtlich kontextualisiert und systematisiert. Das KNLL umfasst in toto 20 Bände, in denen 19.304 Werke von 9.072 Autorinnen und Autoren in 171 Sprachen behandelt werden.

Die Einträge zu den einzelnen Werken enthalten jeweils Inhaltsangaben und Hinweise zur Entstehungsgeschichte, bauen aber die Referate zu zentralen Interpretationsansätzen sowie die Einordnung des Textes in größere literaturhistorische Zusammenhänge tendenziell stark aus. Insgesamt verschiebt sich der Akzent so von der primär dokumentierenden Bestandsaufnahme des ersten KLL hin zu einer stärker analytischen und interpretativen Erschließung literarischer Texte. – Nico Keller (2026)

Literatur / Quellen:

  • Jens, Walter (Hg.): Kindlers neues Literatur Lexikon. 20 Bde. München: Kindler 1988-1992.

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Buch, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, geschlossen, Medialpanoramatik, schematisch, symbolisch, Text, textuell, Wissenschaft, Zugriffspräsentation

1971 – Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB)

Mit der wachsenden Zahl publizierter Titel und der zunehmenden Komplexität des Buchhandels entsteht im deutschsprachigen Raum der Bedarf nach einem zentralen Instrument zur Bündelung und Verfügbarkeitsinformation. Ziel ist es, ein zentrales Informations- und Ordnungssystem für alle im Buchhandel verfügbaren Titel zu schaffen und damit die zunehmende Unübersichtlichkeit des Marktes strukturell zu bewältigen. Auf Initiative der Buchhändlervereinigung wird so in Zusammenarbeit mit den Verlagen das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) entwickelt und etabliert.

Konkret startet die Buchhändlervereinigung dazu 1970 einen Aufruf an die Verlage, alle lieferbaren Titel für das VLB zu melden. Ab August 1971 erscheint einmal jährlich ein mehrbändiger gedruckter Katalog, der alle im deutschsprachigen Buchhandel angebotenen Titel enthalten soll und damit eine umfassende Übersicht über den Buchmarkt herzustellen versucht.

Mit der Digitalisierung seit den frühen 2000er Jahren wird das VLB zu einer online abrufbaren Datenbank weiterentwickelt, wobei zusätzlich Metadaten erhoben, laufend aktualisiert und zur Verfügung gestellt werden. Infolge dieser Entwicklung versteht sich das VLB heute als Plattform für die deutschsprachige Buch- und Medienbranche, auf der ein automatisierter Austausch von Produktinformationen stattfindet. Neben Büchern und E-Books werden dort auch Kalender, Hörbücher, Karten, Fachzeitschriften, DVDs, Software, Musikalien, Spiele und weitere für den Buchhandel relevante Produkte erfasst. Stand 2026 sind nach eigenen Angaben rund 2,9 Millionen Titel von mehr als 22.000 Verlagen detailliert verzeichnet.

Seit 2011 fungiert das VLB zudem als Preisreferenzdatenbank für die Buchpreisbindung im deutschen Buchhandel, seit 2014 auch für den österreichischen Markt. Es richtet sich in erster Linie an Buchhandlungen, Verlage sowie Selfpublisher und stellt so innerhalb der Buchbranche ein zentrales Infrastrukturmedium dar.

Dabei lässt sich das VLB nicht nur als technische Datenbank, sondern als Medium der Übersichtserzeugung verstehen. Es transformiert die Vielzahl lieferbarer Publikationen in eine zugriffsschnelle Gesamtregistratur des Buchmarkts, die Orientierung innerhalb eines zunehmend ausdifferenzierten und unübersichtlichen Systems ermöglicht.

Allerdings bildet das VLB nur jene Titel ab, die aktiv gemeldet und nach standardisierten Vorgaben erfasst werden. Bestimmte Publikationen bleiben daher unberücksichtigt, etwa wenn Selfpublisher ihre Bücher nicht melden oder alternative Vertriebswege nutzen. Wie bei allen vergleichbaren Unternehmungen bleibt der Anspruch auf Übersicht damit prinzipiell an institutionelle und ökonomische Bedingungen der Erfassung gebunden, ist hier jedoch relativ weitgehend verwirklicht. – Davina Pohl / Aileen Derstroff (2026)

Weblinks:

🖙 Offizielle Website des VLB
🖙 Wikipedia

Schlagwörter: begrenzte Allheit, Buch, Enzyklopädie, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Medialpanoramatik, offen, Organisation, schematisch, Speicher, Technik, Text, textuell, Überwachung, Zugriffspräsentation

1965–1972 – Kindlers Literatur Lexikon

Kindlers Literatur Lexikon ist ein umfangreiches deutschsprachiges Werklexikon zur Literatur aller Sprachen und Epochen, das im Ursprung auf Valentino Bompianis italienisches Dizionario delle opere di tutti i tempi e di tutte le letterature (1947–1964) und das französische Pendant Dictionnaire des œuvres de tous les temps et de tous les pays von Laffont und Bompiani (1955) zurückgeht. Die von Helmut Kindler initiierte, sieben Bände umfassende Erstausgabe versammelt Einträge zu unterschiedlichsten Werken, die von den frühesten schriftlichen Zeugnissen der Menschheit bis zur damaligen Gegenwart um 1970 reichen und alle Literaturen der Welt berücksichtigen sollen. Die Beiträge bieten jeweils eine Inhaltsangabe, Kontextinformationen, thematische Einordnungen und Hinweise zur Wirkungsgeschichte. Als wissenschaftlich fundierte Werkporträts ermöglichen sie so eine kompakte Erstorientierung oder Wissensauffrischung. Konkret finden sich in den Bänden 1 bis 6 Beschreibungen, Kurzinterpretationen und Bibliographien zu 18.000 Werken, die alphabetisch nach Originaltiteln angeordnet sind. Der siebte Band enthält die Anfangsbuchstaben von U bis Z, Essays zu 130 literarischen Texten und drei Register zu Autoren mitsamt ihren Werken. Zudem sind in diesem Band Anonyma, Kollektivwerke und Sammelartikel sowie deutsche Übersetzungen, Kurztitel und Titelvarianten enthalten.

Kennzeichnend für das KLL ist sein panoramatischer Anspruch, die literarische Produktion der Menschheit zwar je einzeln für sich, doch in summa in ihrer kulturellen und historischen Totalität zu erfassen. Dieses All-Präsentations-Versprechen zeigt sich nicht nur in der Breite der Auswahl, sondern auch in der kontinuierlichen Erweiterung des Werkbestands. Das KLL sowie die Nachfolge-Print-Unternehmung ➚ Kindlers Neues Literatur Lexikon (KNLL, 1988-1992) und die ➚ dritte, völlig neu bearbeitete Auflage des KLL von 2009 unterstreichen den Anspruch einer zwar nie vollständigen, aber stets möglichst repräsentativen literarischen Gesamtregistratur. – Amalie Groß (2026)

Literatur / Quellen:

  • Kindlers Literatur Lexikon. Werklexikon zur Weltliteratur. Hg. von Wolfgang von Einsiedel (wissenschaftliche Vorbereitung) auf Grundlage des Dizionario delle opere di tutti i tempi e di tutte le letterature, hg. von Valentino Bompiani. 7 Bde. Zürich: Kindler Verlag 1965-1972.

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Buch, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, geschlossen, Medialpanoramatik, schematisch, symbolisch, Text, textuell, Wissenschaft, Zugriffspräsentation