1822 – Diorama


Prominent eingeführt vom Fotografie-Pionier Louis Daguerre, bildet das Diorama als immersives Erlebnis einen Vortypus des Kinos. In speziell für diesen Zweck erbauten Gebäuden sollen Zuschauende auf einer rotierenden Plattform und mithilfe von Lichttricks eine möglichst glaubhafte Illusion erleben. Tag und Nacht werden durch die Verschiebung bemalter transparenter und opaker Leinentücher sowie eine dynamische Lichtregie nachgeahmt, sodass eine Landschaft im bewegten Tagesablauf erscheint. Gegenüber dem Barker-Panorama hat sich das Streben nach der Illusion eines Vor-Ort-Seins hier schon weitgehend vom Anspruch auf die visio-mimetische Kopie einer existierenden Landschaft gelöst. – Lea Müller | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Daguerre, Louis-Jacques-Mandé: Historique et description des procédés du daguerréotype et du diorama, Paris: Béthune and Plon for Susse frères and Delloye 1839
  • Oettermann, Stephan: Das Panorama. Die Geschichte eines Massenmediums, Frankfurt am Main: Syndikat 1980, S. 56–67

Weblinks:

🖙 Funktionsweise des Dioramas in Bildern

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Didaktik, faktual, fiktional, Gemälde, Gemälderundbau, Gesamtprojektion, Immersion, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rundband, Rundbau, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1814 – Laplacescher Dämon

Im Vorwort zu seinem Essai philosophique sur les probabilités entwirft das Mathematik/Statistik- und Physik-Genie Pierre-Simon Laplace (1749–1827) eine deterministisch-physikalistische und kalkül-basierte Neuversion des panoramatischen Allschau- und Allwissenheitsbegehrens: „Wir müssen also den gegenwärtigen Zustand des Universums als die Wirkung seines früheren Zustands und als die Ursache des künftigen Zustands betrachten. Eine Intelligenz, die zu einem bestimmten Zeitpunkt alle Kräfte, von denen die Natur beseelt ist, und die jeweilige Situation der Wesenheiten, aus denen sie sich zusammensetzt, kennen würde, wäre, wenn sie zudem noch groß genug wäre, um diese Daten einer Analyse zu unterziehen, in der Lage, die Bewegungen der größten Körper des Universums bis hinunter zu denen des leichtesten Atoms in derselben Formel zu erfassen. Nichts wäre für sie ungewiss. Zukunft wie Vergangenheit lägen ihr klar vor Augen.“ Die hier inaugurierte Beobachtungsinstanz ist seither als „Laplacescher Dämon“ sprichwörtlich geworden. Indes wird die Möglichkeit solcher Allregistratur (von der auch Laplace real nicht überzeugt war) in der Folge mehrfach grundlegend bestritten: die Option einer gleichzeitigen Weltzustandserfassung durch die Relativitätstheorie, der physikalische Determinismus durch die Kopenhagener Deutung der Quantentheorie und die vollständige Berechenbarkeit per se aufgrund real-ontischer und kalkül-logischer Limitationen. Durch Errungenschaften wie die Schrödinger-Gleichung, die universale Turing-Maschine oder den Quantencomputer periodisch neu befeuert, bleibt das Konzept als approximativ erstrebte Teleologie dennoch lebendig, am prominentesten in den universalen Visionen einer Theory of Everything. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Zitatstelle im Original
🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Allwahrnehmung, begrenzte Allheit, faktual, Fernblick, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtprojektion, Idealpanoramatik, Konzept/Idee, Mythos/Religion, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, symbolisch, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

1814 – Marquard Wocher, Panorama von Thun


Die Beschreibung der Museums-Homepage sagt prägnant das Wesentliche: „Der Basler Künstler Marquard Wocher erschafft 1814 das erste Panorama der Schweiz. Fasziniert vom Berner Oberland entwirft er ein Rundbild von 38 m Lauflänge der Kleinstadt Thun und […] Umgebung, mit Blick bis in die Alpen des Berner Oberlands. Detailreich wirft dieses Bild einen Blick auf das Thuner Alltagsleben vor 200 Jahren und wird mit den unzähligen Geschichten zu einem Wimmelbild für Gross und Klein. Heute [2023] ist das Panorama das älteste Rundbild der Welt und ist ein Depositum der Gottfried Keller-Stiftung.“ Seit 1961 in einem Rundbau im Schadau-Park in Thun beherbergt. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Thun-Panorama

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, faktual, Fernblick, Gemälde, Gemälderundbau, Gesamtprojektion, geschlossen, Immersion, Medialpanoramatik, mimetisch, Naturpanorama, Panoramabild, Rundband, Rundbau, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1811 – Rheinpanorama, Elisabeth von Adlerflycht


Darstellungsform der Parallelprojektion, die bei Bildkarten für geografische Objekte angewendet wird. 1811 schafft Elisabeth von Adlerflycht ein quasi-dreidimensionales Aquarell-Panorama des Rheins, indem sie den Fluss aus der Vogelperspektive und aus einem 45°-Blickwinkel zeichnet. Das Rheinpanorama zeigt den Fluss und seine Ufer von der Mündung der Nahe bis zur Mündung der Mosel, von Bingen bis Koblenz. – Martin Weinmann | Sarah Karsten

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Digitalisat

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Didaktik, Draufblick, faktual, Gemälde, Gesamtprojektion, Großtableau, Karte, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Panoramaflug, schematisch, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1808 – Johann Adam Breysig, Kosmotheater

Als utopischen Fluchtpunkt seiner voranstürmenden, in der praktischen Umsetzung aber vom Pech verfolgten theatertechnischen Reformbemühungen imaginiert der (auch als verspäteter Panoramaerfinder einschlägige) Medienpionier ein Kosmotheater, in dem All-Präsentation und Immersion verschmelzen: „Unter diesem Ausdrucke verstehe man ein Theater [,] in welchem alle Wirkungen der Natur und Kunst täuschend hervorgebracht werden; ein Pantheater, eine Weltschau, ein Universaltheater, in welchem sich alles bewegt und bey welchem nur die Umgebung (das Aeusserste) feststeht. / Eine solche Anstallt bestehet in der Vereinigung aller Theater, in welchem [sic] jede beliebige Schaustellung und jedes beliebige Schauspiel gegeben werden kann. / Ein (vorher beschriebenes) Autokinesitheater kommt ihr am nächsten bey der Ansehung der Einrichtung. Ein solches Theater macht alle Arten von Theater überflüssig, eben weil es der Inbegriff aller Theater ist.“ (Breysig, „Ueber den Bau, die Maschinerie und Mahlerey des Theaters [1806]“, S. 153). In der Realität brannte das erst am 29.4.1808 eröffnete Königsberger Neue Schauspielhaus, in dem Breysig einige seiner Bühnenrevolutionen eindrucksvoll implementieren konnte, schon am 1.7. nach nur wenigen Vorführungen ab. (Krengel-Strudthoff, „Eine vergessene Bühnenreform“, S. 55 f.) Bis zur Einführung elektrischer Beleuchtung bleibt die Lichtregie für geschlossene immersive Medien praktisch und ästhetisch ein Problem. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • In blauer Ferne. Von der Kulissenbühne zum Königsberger panoramischen Theater. Schriften zur Bühnenreform von Johann Adam Breysig (1766–1831), hg. von Ingeborg Krengel-Strudthoff und Rudin Bärbel, Wiesbaden: Harrassowitz 1993, S. 142–206
  • Krengel-Strudthoff, Ingeborg: „Eine vergessene Bühnenreform: Johann Adam Breysigs Weg zur Szenographie des Königsberger Neuen Schauspielhauses“. In: In blauer Ferne. Von der Kulissenbühne zum Königsberger panoramischen Theater. Schriften zur Bühnenreform von Johann Adam Breysig (1766—1831), hg. von Ingeborg Krengel-Strudthoff und Bärbel Rudin, Wiesbaden: Harrassowitz 1993, S. 9–66

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Allwahrnehmung, Ästhetik, audiovisuell, auditiv, Bauwerk, begrenzte Allheit, bildvisuell, Blicktransparenz, Didaktik, Event/Performance, faktual, Fernblick, fiktional, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, haptisch, Idealpanoramatik, Immersion, Inhaltspanoramatik, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Medientechnik, mimetisch, Moving Panorama, Panorama-Beschreibung, Rahmenexpansion, Rundbau, schematisch, symbolisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeitensynopse, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1804 – Claude Nicolas Ledoux, Coup d’oeil du Théâtre de Besançon


Ikonische Radierung des Architekten zu seinem Theaterbau in Besançon: das Auge im Panorama-Rund. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Küster (Hg.), Theatrum Mundi((fehlt in der Bibliografie)), S. 57

Weblinks:

🖙 Wikipedia zum Theater

Schlagwörter: Allwahrnehmung, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, faktual, fiktional, Gesamtprojektion, Halbrundband, Immersion, Konzept/Idee, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, symbolisch, Technik, Überwachung, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1801 – Jean Paul, Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch

In der Ich-Perspektive eines Fahrtenbuchs schildert der Anhang zu Jean Pauls Roman Titan eine (tödlich endende) Ballonreise von Leipzig bis vor den Montblanc. Das gibt Anlass zu simultanistischen Fern- und Draufblick-Schilderungen, etwa bei der sechsten Fahrt: „Auf der Fläche, die auf allen Seiten ins Unendliche hinausfloß, spielten alle verschiedenen Theater des Lebens mit aufgezogenen Vorhängen zugleich – einer wird hier unter mir Landes verwiesen – drüben desertiert einer, und Glocken läuten herauf zum fürstlichen Empfang desselben – hier in den brennend-farbigen Wiesen wird gemähet – dort werden die Feuersprützen probiert – englische Reuter ziehen mit goldnen Fahnen und Schabaracken aus – Gräber in neun Dorfschaften werden gehauen – Weiber knien am Wege vor Kapellen – ein Wagen mit weimarschen Komödianten kommt – viele Kammerwagen von Bräuten mit besoffnen Brautführern – Paradeplätze mit Parolen und Musiken – hinter dem Gebüsche ersäuft sich einer in einem tiefen Perlenbach, nach dem dabei zusehenden Kniegalgen zu urteilen – […] ein sentimentalischer Pfarrsohn guckt aus dem Schalloch, und beide können (das kann ich viertehalbtausend Fuß hoch abservieren, weil die dünne Luft alles näher heranhebt) sich nicht genug über das Hundert Fuß tiefe Volk unter sich verwundern und erheben.“ (Jean Paul, Sämtliche Werke, 3. Bd., S. 959–960). – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Jean Paul: Sämtliche Werke, Darmstadt: WBG 2000

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Buch, Draufblick, Ekphrasis, Fernblick, fiktional, Gesamtprojektion, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, mimetisch, Naturpanorama, offen, Organisation, Panoramaflug, panoramatische Diskursform, panoramatische Erzählung, Realpanoramatik, symbolisch, Text, textuell, Überwachung, Unterhaltung, visuell, Wimmelbild, Zugleichspräsentation

1800 – Johann Adam Breysig, Rom-Panorama

Der Unglücksrabe unter den Rundgemälde-Pionieren kommt hinter Robert Barker immer knapp zu spät: sei es bei der Idee selbst, wie er sie für sich ex post reklamiert (vgl. Breysig, „Ueber meinen ersten Plan zu einem Panorama [1800/1801]“, S. 117 f.), sei es bei der Datierung seines Prioritätsanspruchs (in einer Schrift von 1800 will er mit dem seinerzeit undokumentierten Einfall 1788, als Barker schon ein Jahr lang sein Patent hält, der Erste gewesen sein), sei es bei der ersten malerischen Rundumerfassung vor Ort (vgl. Breysig, „Ueber meinen ersten Plan zu einem Panorama [1800/1801]“, S. 118 f.) oder sei es schließlich bei der ersten öffentlichen Präsentation eines Rotundenbilds in Deutschland. Denn Barkers 1792er-Bild kommt schon 1799 nach Hamburg (Oettermann, Das Panorama, S. 145 f.), wohingegen die Premiere von Breysigs (in Kooperation mit Carl Ludwig Kaaz und Johann Friedrich Tielcker erstellter) Rundsicht auf Rom vom Hügel der Kaiserpalastruine erst im Jahr darauf in Berlin erfolgt (Oettermann, Das Panorama, S. 150–156). Zu allem Überfluss liefert diese auch noch den Anlass für Heinrich von Kleists Fundamentalverriss des ganzen Mediums, der bis heute nachhallt und aus Breysigs Sicht insofern weitgehend gegenstandslos erscheinen muss, als Kleist nur eine vom Maler gar nicht autorisierte, weil durch Direktlicht-Einfall verhunzte Realisation zu sehen bekommt (Krengel-Strudthoff, „Eine vergessene Bühnenreform“, S. 38). Unter dem Debakel seiner Panorama-Episode (Breysig, „Ueber meinen ersten Plan zu einem Panorama [1800/1801]“, S. 117–125) bleiben die panoramatischen Totaltheater-Visionen („Fernkunst“, „Autokinsitheater“, „Pantheater“, „Kosmotheater“), die Breysig längerfristig verfolgt, lange verschüttet. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Breysig, Johann Adam: „Ueber meinen ersten Plan zu einem Panorama / Panorama“ [1800/1801]. In: In blauer Ferne. Von der Kulissenbühne zum Königsberger panoramischen Theater. Schriften zur Bühnenreform von Johann Adam Breysig (1766–1831), hg. von Ingeborg Krengel-Strudthoff und Bärbel Rudin, Wiesbaden: Harrassowitz 1993, S. 117–125
  • Oettermann, Stephan: Das Panorama. Die Geschichte eines Massenmediums, Frankfurt am Main: Syndikat 1980, S. 145–175
  • Krengel-Strudthoff, Ingeborg: „Eine vergessene Bühnenreform: Johann Adam Breysigs Weg zur Szenographie des Königsberger Neuen Schauspielhauses“. In: In blauer Ferne. Von der Kulissenbühne zum Königsberger panoramischen Theater. Schriften zur Bühnenreform von Johann Adam Breysig (1766—1831), hg. von Ingeborg Krengel-Strudthoff und Bärbel Rudin, Wiesbaden: Harrassowitz 1993, S. 9–66

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Denkmal, faktual, Fernblick, Gemälde, Gemälderundbau, Gesamtprojektion, Immersion, Konzept/Idee, Medialpanoramatik, mimetisch, Panorama-Beschreibung, Panorama-Diskurs, Panoramabild, Rundband, Rundbau, Text, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1796–1797 – Jean Paul, Rede des toten Christus

Im ersten der dem zweiten Buch von Jean Pauls zweibändigem Roman Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel angehängten Blumenstücke mit dem vollen Titel Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei findet sich die visionäre Schilderung einer negativen Allschau, deren Kernpassage lautet: „Christus fuhr fort: Ich ging durch die Welten, ich stieg in die Sonnen und flog mit den Milchstraßen durch die Wüsten des Himmels; aber es ist kein Gott. Ich stieg herab, soweit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: ›Vater, wo bist du?‹ aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, und der schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eine Sonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hinunter. Und als ich aufblickte zur unermeßlichen Welt nach dem göttlichen Auge, starrte sie mich mit einer leeren bodenlosen Augenhöhle an; und die Ewigkeit lag auf dem Chaos und zernagte es und wiederkäuete sich.“ (Jean Paul, Sämtliche Werke, 2. Bd., S. 273) – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Jean Paul: Sämtliche Werke, Darmstadt: WBG 2000

Weblinks:

🖙 Wikipedia Roman

Schlagwörter: Allwahrnehmung, Ästhetik, begrenzte Allheit, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, Ekphrasis, Fernblick, fiktional, Gesamtprojektion, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, offen, Panoramaflug, panoramatische Erzählung, symbolisch, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Unterhaltung

1795 – Xavier de Maistre, Voyage autour de ma chambre


In seinem ursprünglich anonym erschienenen autobiografischen Roman unternimmt der Offizier de Maistre, der nach einem Duell 42 Tage Hausarrest absitzen muss, eine Rundreise durch sein Zimmer und begründet damit unter ironischem Rekurs auf die boomende Reiseliteratur der Zeit sowie in einer Art Umstülpung des panoramatischen Erfahrungsprozesses auf das Nächstliegende das Genre der „Zimmerreise“. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • De Maistre, Xavier: Die Reise um mein Zimmer, Berlin: Aufbau 2011
  • Stiegler, Bernd: Reisender Stillstand. Eine kleine Geschichte der Reisen im und um das Zimmer herum, Frankfurt am Main: S. Fischer 2010

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Buch, Ekphrasis, faktual, Gesamtprojektion, geschlossen, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mikropanoramatik, mimetisch, panoramatische Erzählung, Realpanoramatik, symbolisch, Text, textuell, Unterhaltung