2017 – Kinderbuchreihe Scanorama

Die Kindersachbücher von Anna Claybourne widmen sich spektakulären Themen aus der Fauna wie Gefährliche Tiere, Sensationelle Tierrekorde oder Dinosaurier. Die Seiten sind durch Schieber aus Papier und Folie ergänzt. Diese Streifen lassen sich auf der Seite hin- und herschieben, wodurch das Innere der Tiere an diesen Stellen sichtbar, also ein Röntgenblick simuliert wird. Die partielle Durchschau kann verstören, wirkt aber zugleich bezähmend. Wie einst das Kaiserpanorama sucht und bannt das Scanorama seine Sensationen. – Lea-Sophie Dettmann | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Claybourne, Anna: Scanorama: Gefährliche Tiere, Frankfurt am Main: Fischer Meyers Kinderbuch 2017
Schlagwörter: Animation, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Relief, schematisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Peters’ Synchronoptische Weltgeschichte online auf Herodot

Der Datenbestand der 1952 in Printform erschienenen und 2010 in offline-digitale Form überführten welthistorischen Zeitkarte von Arno Peters wird online verfügbar. Die dafür genutzte zeitkartografische Software Herodot, die in einer Wiki-Umgebung auch andere Zeitkarten präsentieren kann (namentlich eine tageskörnige Präsentation des Zeitraums von 1918 bis 1950 in über 50.000 Einzeleinträgen), bietet nicht nur stark erweiterte Erschließungs- und Vertiefungsoptionen, sondern auch die Möglichkeit, neu erarbeitete Datenbestände und Einträge hinzuzufügen. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Burch, Thomas: „Die Sichtbarmachung der Gleichzeitigkeit. Von Arno Peters’ Synchronoptischer Weltgeschichte zurück in die Zukunft zu Herodot“. In: Zwischen artes liberales und artes digitales. Beiträge zur traditionellen und digitalen Geisteswissenschaft. Festschrift gewidmet Michael Trauth zum 65. Geburtstag am 10. Mai 2015, hg. von Alexandra Geissler und Matthias Schneider, Marburg: Tectum 2016, S. 183–209

Weblinks:

🖙 Startseite Herodot-Wiki
🖙 Grundkarte Peters auf Herodot

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Bild, bildvisuell, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Nintendo-Videospiel The Legend of Zelda: Breath of the Wild

In The Legend of Zelda: Breath of the Wild zeigt sich Panoramatik als zentraler gestalterischer Aspekt, der visuelle, narrative und spielmechanische Dimensionen vereint. Die weiten Ausblicke in Breath of the Wild dienen der Orientierung und lenken den Blick des Spielers auf Points of Interest (vgl. Bonner, Panorama-Situationen, S. 589), zentrale Orte wie Türme, Schreine oder markante Landschaftsformationen. Der Spieler kann durch die Steuerung jederzeit seine Umgebung von allen Seiten betrachten. Diese Panoramen fördern die Immersion, indem sie die Welt von Hyrule als glaubwürdig und lebendig erscheinen lassen. Gleichzeitig vermitteln sie narrative Tiefe, indem sie visuell die Geschichte und Mythologie der Welt andeuten, etwa durch die Ruinen längst vergangener Zivilisationen. Darüber hinaus verbinden die panoramatischen Ausblicke technische und funktionale Ziele: Der Spieler erhält Hinweise auf mögliche Pfade, versteckte Geheimnisse und bevorstehende Herausforderungen. Breath of the Wild zeigt exemplarisch, wie Panoramatik in Open-World Spielen nicht nur ästhetische Erlebnisse bietet, sondern auch zentrale spielmechanische und narrative Funktionen erfüllt. Die zumeist weite und abwechslungsreiche Landschaft ist durch das Rendering (Bildverarbeitung) selbst auf hohe Distanz noch gut zu erkennen und erweckt ein Gefühl der Grenzenlosigkeit. Darin unterscheidet sich Breath of the Wild von anderen Open-World-Spielen, in denen keine räumliche Weite visuell dargestellt wird, beispielsweise ADVENT (vgl. 1976 Computerspiel Colossal Cave Adventure (ADVENT)). Allerdings orientiert sich die Karte des Spiels nicht an der Bewegung und Ausdehnung des Spielers, wie es bei Minecraft der Fall ist (vgl. 2009 Markus „Notch“ Persson, Minecraft), sondern ist von festgesetzten Grenzen in Form von unsichtbaren Wänden umgeben, an denen der Spieler nicht vorbeikommt. – Felix Klopsch / Annika Bäurer

Literatur / Quellen:

  • Bonner, Marc: Offene-Welt-Strukturen. Architektur, Stadt- und Naturlandschaft im Computerspiel, Marburg: Büchner-Verlag eG 2023.
  • Bonner, Marc: „Medienspezifische Panorama-Situationen in Open-World-Spielen“. In: Alles im Blick. Perspektiven einer intermedialen Panoramatik, hg. von Roman Mauer, Johannes Ullmaier, und Clara Wörsdörfer, Wiesbaden: Springer 2025, S. 585–609.

Weblinks:

🖙 Nintendo

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, audiovisuell, auditiv, bildvisuell, fiktional, Film, Immersion, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Medientechnik, Moving Panorama, panoramatische Erzählung, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, visuell, Zugriffspräsentation

2016 – Raoul Schrott, Erste Erde

850-seitiger Versuch, das Weltganze in historischer und thematischer Vollbreite poetisch zu erfassen. In Überbietung von Lukrez und Schedel annonciert der Klappentext: „Vom Urknall über die Entstehung des Planeten bis hin zu uns unternimmt [das Werk] den großen Versuch, unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse literarisch umzusetzen und sie an einzelnen Lebensgeschichten anschaulich zu machen. In wechselnden poetischen Formen ergibt sich ein breites erzählerisches Panorama.“ – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Schrott, Raoul: Erste Erde. Epos, München: Hanser 2016

Weblinks:

🖙 Perlentaucher

Schlagwörter: Ästhetik, Buch, Denkmal, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtkompendium, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, offen, panoramatische Erzählung, symbolisch, Text, textuell, Überbreite, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Unterhaltung

2013–2014 – Ernst Kausen, Sprachfamilien der Welt

Zweibändiges Gesamtkompendium der menschlichen Sprachen weltweit, das auf rund 2400 Seiten eine vollständige Dokumentation und Klassifikation der – in vielen Fällen akut gefährdeten – sprachlichen Vielfalt anstrebt, wobei das Werk auch ausgestorbene Sprachen miteinbezieht. Kausens Darstellung zielt darauf ab, den morphologischen Variantenreichtum und die genetischen Beziehungen zwischen den Sprachen herauszustellen. Die Bände sind erdgeografisch angelegt und entsprechend nach den Kontinenten gegliedert, denen die Sprachen ursprünglich entstammen (Teil 1: Europa und Asien, Teil 2: Afrika – Indopazifik – Australien – Amerika), was bei interkontinental ausstrahlenden Sprachen wie dem Englischen, Arabischen, Spanischen oder Latein epochenhistorische Interferenzen mit sich bringt. – Hannah Bartölke | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Kausen, Ernst: Die Sprachfamilien der Welt. Bd. 1. Europa und Asien, Hamburg: Buske 2013
  • Kausen, Ernst: Die Sprachfamilien der Welt. Bd. 2. Afrika, Indopazifik, Australien und Amerika, Hamburg: Buske 2015

Weblinks:

🖙 Website von Ernst Kausen – Klassifikation aller Sprachen der Welt 
🖙 Allgemeiner Wikipedia-Artikel zu den Sprachfamilien der Welt

Schlagwörter: Buch, Denkmal, Diagramm, Didaktik, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Text, textuell, Weltatlas, Wissenschaft, Zugriffspräsentation

2013 – Alain Connes u.a., Le théâtre quantique

Die Protagonistin des Romans ist in der Lage, die Welt in Gänze zu ‚schauen‘: „Ich hatte das unerhörte Glück, eine globale Wahrnehmung meines Seins zu erfahren, nicht in einem bestimmten Moment seiner Existenz, sondern als ein ‚Ganzes‘.“ Diese Fähigkeit geht verloren, sobald die Welt als zeitlich strukturierte in den Blick gerät: „Ich hatte den Eindruck, die ganze unendliche Information zu verlieren, die mir das Schauspiel der Quanten vermittelte, und dieser Verlust genügte, um mich unabwendbar in den Strom der Zeit hineinzureißen.“ (Zitiert nach Rovelli, Die Ordnung der Zeit, S. 119). – Bernd Klöckener

Literatur / Quellen:

  • Connes, Alain/Chéreau, Danye/Dixmier, Jacques: Le Théatre quantique, Paris: Odile Jacob 2013
  • Rovelli, Carlo: Die Ordnung der Zeit, Reinbek: Rowohlt 2018
Schlagwörter: Allwahrnehmung, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, fiktional, Gesamtprojektion, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, symbolisch, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2012 – Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD)

Das Forschungsprojekt Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand der Familiennamen im Deutschland zu erfassen und zu erforschen. Die Ergebnisse werden in einem digitalen Wörterbuch öffentlich zugänglich gemacht, wo sie alphabetisch geordnet vorzufinden sind. Über die Projektlaufzeit bis voraussichtlich 2035 wird das Wörterbuch durch das Forschungsteam stetig erweitert.

Die einzelnen Artikel verzeichnen die auf Grundlage der genutzten Datenbestände ermittelte Häufigkeit eines Familiennamens, dessen deutschlandweiten Rang, das Sprachvorkommen, die Etymologie bzw. (mögliche) Herkunft sowie die geographische Verbreitung, die mithilfe von Karten angezeigt wird. Ebenfalls erfasst werden die Varianten eines Namens (z.B. Schmitt bzw. Schmidt, Schmitz, Schmid oder Smit). Auch weiterführende Literaturhinweise sind vermerkt.

Abgesehen von seiner enzyklopädischen, dezidiert auf eine möglichst restlose Registratur und Präsentation des betreffenden Korpus zielenden Anlage zeigt das Projekt insofern panoramagische Züge, als es sowohl räumlich wie auch zeitlich maximale Konturierung anstrebt: räumlich durch die kartographische Darstellung der Namenshäufigkeiten sowie – über den deutschen Sprachraum hinausgreifend – durch Hinweise auf mögliche Varianten in benachbarten Landessprachen, etwa dem Niederländischen; zeitlich durch das Augenmerk auf die Geschichte und Herkunft der Namen. Mithilfe moderner Datenerhebung und -präsentation erarbeitet die Namensforschung so ein vormals nie ähnlich umfassend und dynamisch denkbares Gesamtkompendium und Gesamtarchiv eines Sprachfelds, das buchstäblich alle einschließt.

Das Projekt ist eine Kooperation der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur, der Technischen Universität Darmstadt sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. – Lena-Maria Weiß

Weblinks:

🖙 Website Namensforschung
🖙 Digitales Wörterbuch

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Enzyklopädie, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Idealpanoramatik, Karte, Medialpanoramatik, offen, Organisation, schematisch, Speicher, symbolisch, Tabelle, Text, textuell, Wissenschaft, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2012 – Ulrich Holbein, 20 Milliarden Jahre in zwei, drei Viertelstündchen

Launige Kompakt-Gesamtschau der Geschichte des Universums als episch überquellende Enumeratio vom Urknall bis zur Gegenwart; wie das 2002 vorausgegangene Zwischen Urknall und Herzberg: Ich als Hippie in Zeit und Raum Keim bzw. Auszug eines (bislang unveröffentlichten) großepischen Gesamtwelt-Schreibprojekts. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Holbein, Ulrich: Zwischen Urknall und Herzberg: Ich als Hippie in Zeit und Raum, Solothurn: Nachtschatten Verlag 2002
  • Holbein, Ulrich: 20 Milliarden Jahre in zwei, drei Viertelstündchen, Hamburg: Literatur Quickie 2012
Schlagwörter: Ästhetik, Buch, Denkmal, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mikropanoramatik, offen, panoramatische Erzählung, schematisch, symbolisch, Text, textuell, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Unterhaltung

2012 – Florian Illies, 1913: Der Sommer des Jahrhunderts

Bestseller zum Auftakt einer seither nicht nur, aber vor allem im deutschsprachigen Raum und in Printform blühenden (Proto-)Gattung zwischen populärem historischem Sachbuch und Doku-Fiktion, die sich einzelne Jahre der Realgeschichte zum Thema nimmt und so gegenüber historiografischen Diachronie-Standards generisch eine Tendenz ins Querschnitthafte und Zeitgeschichts-Panoramatische aufweist. Illies’ Doku-Fiktions-Roman führt anhand (heute) prominenter Personen in monatlicher Folge quasi-chronikal durchs Jahr und bleibt dabei nah am aktuellen Roman- und Serien-Erzählstandard einer gemäßigten Mehrsträngigkeit mit panoramatischem Einschlag. Über partiell miteinander verwobene Einzelschicksale, inszenierte Koinzidenzen und eingestreute Denkwürdigkeiten soll sich kumulativ die ‚Stimmung des Vorkriegsjahres‘ vermitteln. Folgerichtig verkündet der Klappentext gleich zu Beginn: „Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913“. Einige der folgenden ‚Jahresbücher‘ (etwa Herbert Kapfer, 1919. Fiktion von 2019, Philipp Sarasin, 1977. Eine kurze Geschichte der Gegenwart von 2021 oder das 2024 mit dem Leipziger Sachbuch-Preis prämierte ca. 1972. Gewalt – Umwelt – Identität – Methode von Tom Holert) entfalten die panoramatischen Potenziale dispositorisch und narrativ in andere Richtungen. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Illies, Florian: 1913. Der Sommer des Jahrhunderts, Frankfurt am Main: Fischer 2012

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Webseite Verlag

Schlagwörter: Buch, Denkmal, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtprojektion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, panoramatische Erzählung, schematisch, Speicher, symbolisch, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung

2011 – Yuval Noah Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit / Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen

In Eine kurze Geschichte der Menschheit (hebr. Originalausgabe 2011, dt. Übersetzung 2013) zeichnet Yuval Noah Harari ein großräumiges Bild der Entwicklung des Homo sapiens von der Frühgeschichte bis in mögliche Zukunftsperspektiven. Das Buch ist keine detailorientierte Ereignisgeschichte, sondern eine übergreifende Synthese, die biologische Evolution, kulturelle Ordnungssysteme und technische Entwicklungen miteinander verbindet. Harari strukturiert die Menschheitsgeschichte anhand zentraler Umbrüche wie der kognitiven, der landwirtschaftlichen und der wissenschaftlichen Revolution.

Der panoramatische Aspekt liegt in der konsequenten Vogelperspektive. Harari betrachtet die Menschheitsgeschichte über zehntausende Jahre hinweg und macht langfristige Strukturen sichtbar, anstatt einzelne Ereignisse zu isolieren. Geschichte erscheint als zusammenhängender Prozess, in dem biologische, soziale und ideelle Faktoren untrennbar miteinander verwoben sind.

Im nachfolgenden Werk Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen (hebr. Originalausgabe 2015, dt. Übersetzung 2017) ergänzt er seine menschheitsgeschichtliche Perspektive um den Raum möglicher Zukünfte, durch den er wie durch eine weitläufige Halle führt. Dabei begegnen Vorstellungen eines Menschen, der mithilfe biotechnologischer Eingriffe und künstlicher Intelligenzen seine bisherigen Grenzen überschreitet; Entwürfe einer Ordnung, in der Daten zum leitenden Prinzip werden; Überlegungen zu einer Welt, in der humanistische Grundannahmen unter dem Einfluss algorithmischer Prozesse ins Schwanken geraten. Harari präsentiert all dies nicht als festgeschriebene Vorhersagen, sondern als logische Fortsetzungen dessen, was sich schon heute beobachten lässt.

Während Eine kurze Geschichte erklärt, wie der Mensch zu seiner heutigen Macht gelangt ist, fragt Homo Deus, wie diese Macht durch Technologie, künstliche Intelligenz und Biotechnologie den Menschen selbst verändern könnte. Beide Werke teilen somit eine panoramatische Perspektive, die Vergangenheit und Zukunft als zusammenhängenden Entwicklungsbogen begreift.

Strukturelle Parallelen finden sich auch zu Stephan Hawkings ➚ Eine kurze Geschichte der Zeit (1988): Beide Autoren reduzieren extreme Komplexität auf ein verständliches, übersichtliches Gesamtbild. Während Hawking ein kosmologisches Panorama der Entstehung des Universums entwirft, liefert Harari ein historisch-kulturelles Panorama der Menschheit. In beiden Fällen dient die Panoramatik dazu, Orientierung im Angesicht großer zeitlicher und existenzieller Dimensionen zu ermöglichen. – Anna Gäng (2026)

Literatur / Quellen:

  • Harari, Yuval Noah: Eine kurze Geschichte der Menschheit, München: C.H. Beck 2013.
  • Harari, Yuval Noah: Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen, München: C.H. Beck 2017.
  • Hawking, Stephen W.: Eine kurze Geschichte der Zeit, Reinbek: Rowohlt 1988.

Weblinks:

🖙 Wikipedia-Artikel zu Eine kurze Geschichte
🖙 Wikipedia-Artikel zu Homo Deus

Schlagwörter: begrenzte Allheit, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtprojektion, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, schematisch, symbolisch, Text, textuell, Universalchronik, Unterhaltung, Utopie/Dystopie, Wissenschaft