1787 – Robert Barker, Panoramapatent

Am 19. Juni meldet der irische Maler Robert Barker (1739–1806) in Edinburgh das Patent für eine technische Erfindung an, die „an entire view of any country or situation, as it appears to an observer turning quite round“ bieten soll. Als Bezeichnung wählt er in der Patentschrift „la nature à coup d’oeil“ (frz. für „die Natur auf einen Blick“). Die Bezeichnung ‚Panorama‘ wird erst ein paar Jahre danach gebräuchlich, allgemein wie auch bei Barker selbst. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Bild, bildvisuell, Didaktik, faktual, Fernblick, Gemälde, Gemälderundbau, Gesamtprojektion, geschlossen, Konzept/Idee, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Mythos/Religion, Panorama-Beschreibung, Panorama-Diskurs, Panoramabild, Rahmenexpansion, Rundband, Rundbau, Technik, Text, Überbreite, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1782 – Eye of Providence


Das in der ägyptischen und christlichen Ikonografie und auf Freimaurer-Wappen vielfach präfigurierte Allsehende Auge gelangt auf die Rückseite des offiziellen Dienstsiegels der USA. Dort thront es auf einer Pyramide, die sich in ähnlichem Baustadium befindet wie Bruegels Babelturm. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Allwahrnehmung, Bauwerk, Bild, bildvisuell, Draufblick, Fernblick, Idealpanoramatik, Konzept/Idee, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, Organisation, Rundbau, Rundbild, symbolisch, Text, Überwachung, unbegrenzte Allheit, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1753 – Giovanni Battista Tiepolo, Deckenfresko im Treppenhaus der Würzburger Residenz

Im Treppenhaus der Würzburger Residenz findet sich das wohl größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt. Innerhalb des 19 × 32 m großen Rahmens erstreckt sich die durch die Wölbung vergrößerte Fläche auf rund 677 qm. Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770), einer der bedeutendsten Freskenmaler seiner Zeit, schuf es zwischen 1752 und 1753 auf der Innenseite des Gewölbes, das Hofarchitekt Balthasar Neumann (1687-1753) errichtete.

Im Zentrum des Freskos steht der antike Götterhimmel. Die aufgehende Sonne wird durch den Lichtgott Apoll verkörpert. Die Welt ist als Allegorie der vier damals bekannten Kontinente – Amerika, Asien, Afrika und Europa – dargestellt, jeweils in Gestalt einer weiblichen Figur. Den Höhepunkt der Komposition bildet die Allegorie Europas, über der in einem schwebenden Medaillon der Auftraggeber, Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau (1690-1754), als Förderer der Künste erscheint. Tiepolo integrierte zudem weitere Porträts der Beteiligten: sich selbst und seinen ältesten Sohn, Balthasar Neumann, den Stuckateur Antonio Giuseppe Bossi sowie den Wiener Maler Franz Ignaz Roth.

Tiepolo verzichtet bewusst auf eine Aufteilung in einzelne Szenen und entscheidet sich stattdessen für eine durchgehende Darstellung, die sich über das ganze Gewölbe erstreckt. Hierin zeigt sich ein in doppelter Hinsicht panoramatischer Gestaltungswille: Ikonographisch umfasst das Fresko die gesamte bekannte Welt; formal dehnt es sich lückenlos über die Gewölbefläche aus. Der Aufstieg entlang des Treppenhauses ist dabei als inszenierte Bewegungserfahrung angelegt: Zuerst erscheint das Bild von Amerika, dann folgen Afrika und Asien; erst nach einer 180-Grad-Wendung öffnet sich der Blick auf Europa. Zudem weist das Fresko keinen einzelnen zentralperspektivischen Fluchtpunkt auf, sondern befindet sich in einem Schwebezustand zwischen dem aufsteigenden Medaillon Greiffenclaus und der Abbildung des sich absenkenden Apoll. Die Stuckplastiken von Antonio Giuseppe Bossi fungieren dabei als „Scharniere“ zwischen Malerei und Architektur; sie ragen vom umlaufenden Sims in den Raum und lösen die Grenze zwischen Bild und Bauwerk auf.

Beim Bombenangriff auf Würzburg gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Residenz zerstört. Das Deckenfresko blieb zwar erhalten, war jedoch der Witterung ausgesetzt und akut gefährdet. Durch den Einsatz des US-Offiziers und Kunstliebhabers John Davis Skilton wurde es mit provisorischen Holzdächern geschützt. Von 2003 bis 2006 wurde es aufwendig restauriert und ist seitdem wieder in seiner originalen Farbigkeit erlebbar. – Celestine Böer (2026)

Literatur / Quellen:

Weblinks:

🖙 Würzburger Residenz – Wikipedia
🖙 Deckenfresko im Treppenhaus – Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Draufblick, faktual, fiktional, Gemälde, Gesamtprojektion, geschlossen, Großtableau, Medialpanoramatik, mimetisch, Mythos/Religion, Panoramabild, Skulptur, symbolisch, textuell, visuell, Zugleichspräsentation

1753 – Carte Chronographique / Chronographie, ou Description des tems


Vom Arzt und Universalgelehrten Jacques Barbeu-Dubourg (1709–1779) erfundene Maschine aus Papier und Leim. Mittels zweier Kurbeln kann eine eingespannte Papierbahn von etwa 17 m Länge bewegt und somit der sichtbare Ausschnitt geändert werden. Auf dieser Papierfläche befinden sich 35 ineinander übergehende Kupferdrucke, die synchronoptisch die Ereignisse der Weltgeschichte von Adam und Eva bis 1800, also in die zur Zeit Barbeu-Dubourgs noch ausstehende Zukunft, präsentieren. – Philip Iser

Literatur / Quellen:

  • Schmidt-Burkhardt, Astrit: Die Chronologie-Maschine: Barbeu-Dubourgs Aufbruch in die historiografische Moderne, Berlin: Lukas 2022

Weblinks:

🖙 Digitalisat
🖙

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, fiktional, FRANKREICH: Geschichtsschreibung, geordnet, Gesamtdiagramm, geschlossen, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, Moving Panorama, Mythos/Religion, Rahmenexpansion, schematisch, Tabelle, Text, textuell, Universalchronik, WELTGESCHICHTE, Zeitensynopse

1694 – Andrea Pozzo, Apotheose des hl. Ignatius

Exemplarisches barock- und halbkuppel-illusionistisches Deckengemälde mit Aufblick in die himmlische Unendlichkeit. Darüber hinaus wird der globale Missionsanspruch der Jesuiten in alle vier Himmelsrichtungen markiert. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Berger, Klaus/Beinert, Wolfgang/Wetzel, Christoph u. a.: Bilder des Himmels. Die Geschichte des Jenseits von der Bibel bis zur Gegenwart, Freiburg i. B.: Herder 2006, S. 104
Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Bild, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Fernblick, fiktional, Gemälde, Gesamtprojektion, Großtableau, Halbkugel, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Mythos/Religion, Panoramabild, schematisch, symbolisch, Überbreite, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1679 – Athanasius Kircher, Turris Babel


In drei Büchern konzipiertes Werk des jesuitischen Gelehrten Athanasius Kircher. Ursprünglich im Jahre 1679 in Amsterdam mit mannigfaltigen Illustrationen publiziert und dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Leopold I. gewidmet, liefert es in den ersten zwei Büchern naturwissenschaftlich-mathematische Erklärungsansätze zur hypothetischen Fragestellung, ob mit den vorhandenen Ressourcen, sowohl hinsichtlich der Arbeitskräfte sowie des Rohstoffvorkommens, die Erbauung des Turmes möglich gewesen wäre, wohingegen das dritte eine kulturwissenschaftlich-linguistische Analyse der sogenannten Sprachverwirrung in Folge des Turmeinsturzes enthält. Während Kircher im ersten Buch mithilfe einer simplifizierenden Rechnung die für die Erbauung potenziell zur Verfügung stehende Population der Nachkommen von Noah nach der Sintflut bis zu dessen Urgroßenkel Nimrod berechnet und dabei auf eine Bevölkerungsanzahl von 24.380.000.000 kommt, bildet die im zweiten Buch durchexerzierte Kalkulation einen phantastischen Höhepunkt panoramatischer Spekulation: Demnach sei das zur Zeit der Erbauung benötigte Rohstoffvorkommen auf der Erde gar nicht vorhanden gewesen, und selbst wenn, so hätte der Turm mit seinem Gewicht den gesamten Erdkreis in seiner geozentrischen Position aus dem Gleichgewicht und somit das Weltgefüge zum Kollaps gebracht. Damit untermauert Kircher quasi mathematisch die Darstellung in der Genesis. Signifikanter als dieser kanonkonforme Befund erscheint indes der groteske szientistische Aufwand, mit dem die Vergeblichkeit des panoramatischen Turmbau-Begehrens – wenige Jahre vor Newtons Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica (1687) – offenbar bereits erwiesen werden muss, anstatt gemäß dem biblischen Bericht einfach geglaubt zu werden. – Gabryel Greco

Literatur / Quellen:

  • Kircher, Athanasius: Turris Babel Sive Archontologia [1679], Saarbrücken: Fines Mundi 2022

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Westfalen Museum digital

Schlagwörter: Bauwerk, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, Didaktik, fiktional, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, Organisation, Rundbau, symbolisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1667 – John Milton, Paradise Lost


Ausgehend von einer relativ schmalen biblischen Textgrundlage unternimmt das Versepos Paradise Lost des englischen Dichters John Milton (1608–1674) eine heilsgeschichtlich grundierte Gesamtweltschau mit zahlreichen zeitgeschichtlichen Verweisen. 1667 zunächst in zehn Büchern, 1674 in einer zweiten, endgültigen Fassung in zwölf Büchern erschienen, erzählt das Werk die Geschichte vom Sündenfall sowie die Vorgeschichte Satans und dessen Auflehnung gegen Gottes Kosmos. Dispositorisch wird die Darstellung der Allmacht Gottes, die den Mittelteil beherrscht, von der einführenden Beschreibung Satans und seiner Hölle (Pandämonium) sowie der abschließenden Suche der Menschen nach dem göttlichen Heilsplan gerahmt. Dadurch erscheint die hierarchische göttliche Ordnung in ihrer Universalität episch eingefasst und in ihrer gesamten Verlaufslogik von der Erschaffung des göttlichen Kosmos über den Sündenfall und die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies bis hin zur Apokalypse ausgebreitet. Darüber hinaus wird in nicht-biblischen Episoden die säkulare Lebenswelt beleuchtet und in zahlreichen Exkursen ein breites Tableau damaligen Wissens vermittelt. So bietet das Werk nicht nur eine universale Ausdeutung der christlichen Glaubensgeschichtsphilosophie, sondern auch ein episches Großgemälde der menschlichen Wissens- und Schicksalsgeschichte gemäß der puritanischen Weltsicht des 17. Jahrhunderts, ferner eine phänotypische Allschau-Formulierung: „Now had the almighty Father from above, / From the pure empyrean where he sits / High throned above all highth, bent down his eye, / His own works and their works at once to view.“ (III, S. 56–59). – Nina Cullmann

Literatur / Quellen:

  • Milton, John: Paradise Lost [1667], London: Penguin 2003
  • Lessenich, Rolf: „Milton, John“. In: Metzler Lexikon Weltliteratur, hg. von Axel Ruckaberle, Stuttgart: J. B. Metzler 2006, S. 452–455, S. 452–455

Weblinks:

🖙 Kindlers Literatur Lexikon

Schlagwörter: Allwahrnehmung, Ästhetik, Buch, Didaktik, Ekphrasis, fiktional, Gesamtkompendium, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, panoramatische Erzählung, symbolisch, Text, textuell, Unterhaltung

1664 – Gottorfer Globus


Etwa um 1650 beschließt der Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, Friedrich III. (1597-1659), ein besonderes Schauhaus in seinem Schlossgarten bauen zu lassen. Darin soll ein begehbarer Globus mit einem Durchmesser von 3,11 m präsentiert werden, der außen wie üblich die Erdoberfläche, im Inneren aber zusätzlich den Sternenhimmel darstellt. Die damals in kleinerem Format schon bekannte, doch meist auf den Kugeloberflächen von zwei separaten Globen präsentierte Kombination von Erd- und Himmelsglobus wird so zu einem einzigen Objekt vereint. Allerdings wird dieses erst 1664 fertig, fünf Jahre nach dem Tod des Auftraggebers. Dank einer ausgeklügelten Mechanik lässt sich die Kugel von außen durch eine Handkurbel drehen, so dass man – im Inneren des Globus‘ sitzend – den Sternenhimmel um sich kreisen sieht. Damit nimmt der Gottorfer Globus die Form der späteren Georamen und die Beweglichkeit der späteren Dioramen vorweg, während sein Inneres die Vorform eines Planetariums bildet. Das Originalmodell wird 1717 an Zar Peter den Großen verschenkt und befindet sich heute in der Sankt Petersburger Ermitage. Im Gottorfer Schloss ist seit 2005 ein originalgetreuer Nachbau zu bewundern. – Maximilian Bärtl (2026)

Literatur / Quellen:

  • Lühning, Felix: „Der Gottdorfer Globus und das Globushaus im ‚Newen Werck‘“. In: Katalogband IV der Sonderausstellung „Gottorf im Glanz des Barock“. Schleswig 1997.

Weblinks:

🖙 Virtueller Rundgang
🖙 Website des Landesmuseums SH

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, Bauwerk, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, Draufblick, Event/Performance, faktual, Fernblick, fiktional, Gemälde, Gesamtprojektion, geschlossen, Globus, Immersion, Kugel, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, Mythos/Religion, Rundbau, schematisch, symbolisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Wissenschaft, Zentralblickpunkt

1660 – Andreas Cellarius, Himmelsatlas Harmonia Macrocosmica


Das opulente Kartenwerk erscheint als siebter Band der Atlas-Serie, die durch Johannes Janssonius (1588–1664) in Nachfolge und Vollendung des weltkartographischen Totalprogramms von Gerhard Mercator (1512–1594) in Amsterdam herausgegeben wird. In 29 doppelseitigen Großformat-Bildtafeln dokumentiert und illustriert Cellarius (1596–1665) einschlägige Himmelstheorien (darunter Aratos, Ptolemäus, Kopernikus und Tycho Brahe), um sie sowohl untereinander als auch mit dem christlichen Weltverständnis in Zusammenklang zu bringen. Wie sein kartenästhetisch überwältigendes, inhaltlich aber mehr von ptolemäischen und christlichen Traditionen als von neueren Fernrohr-Erkenntissen geprägtes Überblickskompendium, in dem geozentrische und heliozentrische Interpretationen astronomiegeschichtssynoptisch (und entsprechend unvermittelt) nebeneinanderstehen (so wie die epochalen Astronomen auf dem Titelkupfer), im geplanten, aber nie erschienenen zweiten Band zu kosmischem Einklang zu führen gewesen wären, bleibt ungewiss. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Cellarius, Andreas: Harmonia macrocosmica seu atlas universalis et novus [Amsterdam 1661; Reprint des Exemplars der Landesbibliothek Darmstadt], Berlin: Coron bei Kindler 2006
  • Cellarius, Andreas: Harmonia macrocosmica of 1660. The Finest Atlas of the Heavens. Der prächtigste Himmelsatlas. L’Atlas Céleste le plus admirable. [Amsterdam 1660; based on the Copy in the Universiteitsbibliotheek Amsterdam], Köln: Taschen 2006

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, faktual, Fernblick, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Karte, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, Rundbild, schematisch, symbolisch, textuell, Weltatlas, Wissenschaft, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

1655 – Pedro Calderón de la Barca, El gran teatro del mundo

Das mutmaßlich um 1635 entstandene Mysterienspiel (dt. Das große Welttheater) entwirft ein zeitgenössisches Gesamtbild der menschlichen Lebens- und Ständeordnung. Zu Beginn der Handlung tritt der All-Schöpfer (in Eichedorffs klassischer Übersetzung „Der Meister“) auf, der auf dem – als „Die Welt“ ebenfalls zur Sprechrolle personifizierten – Theater des irdischen Diesseits die Rollen verteilt. Jede davon verkörpert eine bestimmte Funktion im christlich-feudalen Weltgefüge. Die Bühne symbolisiert die Struktur des menschlichen Daseins sowohl räumlich wie zeitlich, letzteres konkret mit einem Tor für den Ein- bzw. Auftritt (die Wiege für die Geburt) und einem Tor für den Abgang (das Grab für den Tod). Jeder Schauspieler bekommt für seine Rolle die nötigen Utensilien bereitgestellt, realisiert seine Funktion in der Welt und reagiert so, wie es seine sittlichen und sozialen Lebensumstände bedingen. Der Arme bittet etwa um Almosen, die der Reiche ihm verwehrt. Allerdings müssen alle Spieler (spezifische Frauenrollen gibt es hier nicht) alles, was ihnen für ihr Lebensschauspiel eingangs zugefallen ist, am Ende wieder abgeben. Jeder Mensch verlässt die Bühne so, wie er sie betreten hat. – Jana Keim | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Calderón de la Barca, Pedro: El grand teatro del mundo / Das große Welttheater, Stuttgart: Reclam 2012

Weblinks:

🖙 Text der Eichedorff-Übersetzung

Schlagwörter: Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, Buch, Didaktik, Event/Performance, fiktional, geordnet, Gesamtdiagramm, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Mythos/Religion, Organisation, schematisch, symbolisch, Text, textuell, Universalchronik, Unterhaltung, Zeitensynopse