2021 – James-Webb-Weltraumteleskop


Am 25. Dezember 2021 wird das 6,2 t schwere Teleskop von einer Ariane-5-Weltraumrakete der ESA in den Weltraum transportiert und erreicht am 24. Januar 2022 seinen etwa 1,5 Mio. km weit von der Erde entfernten Bestimmungsort. Das bereits 1996 gestartete Projekt zur Entwicklung eines Nachfolgers für das Hubble- und das Spitzer-Teleskop sah eine Vergrößerung des Spiegeldurchmessers sowie ausgeweitete Beobachtungen im Infrarotbereich vor. Der Aufbau des James-Webb-Teleskops ähnelt dem von Hubble, doch besteht der nun 6,5 m große Spiegel jetzt aus 18 Einzelsegmenten. Das Teleskop ist vor allem für die Erfassung von Galaxien konzipiert, deren Licht stark rotverschoben ist, was bedeutet, dass diese sehr weit von der Erde entfernt sind. Somit dringt der Blick nun selbst gegenüber Hubble noch einmal um ein Vielfaches weiter und tiefer in den Raum, und damit auch zeitlich näher an den Beginn des Universums als jemals zuvor. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Hanslmeier, Arnold: Neue Fenster in das Universum: Von Hubble-, James-Webb und anderen Großteleskopen bis zu Gravitationswellendetektoren, Berlin/Heidelberg: Springer 2023

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Website

Schlagwörter: Ästhetik, bildvisuell, Didaktik, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Naturpanorama, Organisation, Panoramaflug, Rahmenexpansion, Realpanoramatik, schematisch, Technik, Unterhaltung, visuell, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2020 – Smartphone-Applikation BeReal


Ein Smartphone mit Internetzugang und Kameras auf der Vorder- und Rückseite reicht aus, um mit der von Alexis Barreyat und Kevin Perreau entwickelten Applikation BeReal in ein globales Panoptikum jeweils synchron erstellter fotografischer Momentaufnahmen zu gelangen, von dem Jeremy Bentham nur hätte träumen können. Auf ihrer Website erklärt die App sich selber so: „Your phone chimes, and the notification reads, ‚Time to BeReal: Two minutes to capture a BeReal and see what your friends are up to!‘ Depending on your setting, you pause and pose to make your post. Maybe there are others around you doing the same. […] Everyday BeReal sends out a notification. Users then have 2 min to generate a picture with both their front- and back-facing cameras and post to their feed. Once posted, they may see photos from their friends or from BeReal users around the world in a ‚Global‘ feed.“ 2022 steigt die Popularität von BeReal explosionsartig an. Zeitweise schaffen so über 70 Mio. registrierte Nutzerinnen und Nutzer gemeinsam täglich Querschnitts-Panoramen. – Bianka Niebling

Literatur / Quellen:

  • Maddox, J.: „More real, or just more surveillance? Panopticism and shifting authenticity paradigms in BeReal“. In: Convergence 29 (2023), H. 5, S. 1183–1198

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 BeReal als Pantopticon

Schlagwörter: Bild, bildvisuell, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtarchiv, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, offen, Organisation, Realpanoramatik, Speicher, Überwachung, Universalchronik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2020 – Virtual-Travelling-Website Drive and Listen

Während der Corona-Pandemie ins Leben gerufene Website des in München studierenden türkischen Studenten Erkam Seker. Sie entsteht aus der Idee, Menschen während der Einschränkungen auf virtuellem Wege dennoch Reisen in andere Städte zu ermöglichen. Mithilfe einer digitalen Kamerafahrt erhält man die Möglichkeit, die emulierte Umgebung aus mehreren Perspektiven zu betrachten und dort zeitgleich real regionales Radio zu hören. Dabei kann man zwischen verschiedenen Fortbewegungsmitteln wie etwa Auto, Fahrrad oder Zug wählen und mittels Drohnenfahrten auch einen panoramatischen Ausblick über das jeweilige Stadtbild erhalten. – Cora Zobel / Lena Reuther

Weblinks:

🖙 Website Drive&Listen

Schlagwörter: 360°, audiovisuell, auditiv, bildvisuell, Draufblick, faktual, Fernblick, Film, geordnet, Gesamtkompendium, Immersion, Konzept/Idee, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, Moving Panorama, offen, Organisation, Panoramaflug, Rahmenexpansion, schematisch, Technik, Unterhaltung, Utopie/Dystopie, Zentralblickpunkt

2019 – Faltbares Smartphonedisplay, Samsung Galaxy Fold


Samsung präsentiert ein Smartphone mit dem weltweit ersten Display aus faltbarem Glas. Aufgefaltet erreicht es die Größe eines Tablets. Auf dem so vergrößerten Display ist es möglich, drei verschiedene Apps praktisch parallel zu nutzen. Die entscheidende panoramatische Besonderheit liegt aber in den insgesamt sechs Kameras mit je verschiedenen Funktionen. Auf der Rückseite des Smartphones finden sich ein Teleobjektiv, ein Weitwinkel- und ein Ultra-Weitwinkelobjektiv. Das Ultra-Weitwinkelobjektiv ermöglicht es, Fotos mit einem Sichtfeld von 143° zu machen, egal ob horizontal oder vertikal. Man kann so große Aufnahmen von Landschaften machen oder ins Bild zoomen, um richtig nah heranzukommen. Zum Vergleich: Die Ultraweitwinkelkamera des iPhone 16 Pro verfügt (Stand 2024) lediglich über ein Sichtfeld von 120°. Auf der Innenseite des Samsung-Geräts finden sich im auf- wie im zugeklappten Zustand zudem zwei Innenkameras und ein innerer Tiefensensor. – Alina Keim

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Samsung Deutschland

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, 360°, Ästhetik, Bild, bildvisuell, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Immersion, Medialpanoramatik, Medientechnik, Mikropanoramatik, mimetisch, Organisation, Panoramabild, Rahmenexpansion, Technik, Überbreite, Überwachung, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2018 – Galand/Jaquot, Die Welt in der Wunderkammer

Nach Jahrhunderten (ab dem 16) geordnetes und mit je einem Ausklapp-Großtableau aufwartendes Buchkompendium zur Geschichte des panoramatischen Wunderkammer-Sammel- und Präsentationsbegehrens. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Galand, Alexandre/Jaquot, Delphine: Die Welt in der Wunderkammer, Hildesheim: Gerstenberg 2020
Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtkompendium, Laufpräsentation, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, offen, Organisation, Panoramabild, schematisch, Speicher, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation

2018 – Sam Smith, Das große Panoramabuch: Unser Sonnensystem


Das großformatige Leporello stellt das Planetensystem in einer fortlaufenden Bildstrecke dar. Durch kindgerechte Illustrationen entsteht der Eindruck eines vollständigen Blicks auf den kosmischen Raum unserer Galaxie. Die lineare Ordnung und räumliche Kontinuität ermöglichen eine übersichtliche Orientierung. Zwar wird die Totalität nur teilweise erreicht, da sich reale Abstände, Größenverhältnisse und Bewegungen nicht maßstabsgetreu abbilden lassen, doch die Verbindung von physischem Panorama und vereinfachter Wissensdarstellung macht ein für Kinder wie Erwachsene unfassbar komplexes System spielerisch zugänglich. Der panoramatische Kern liegt im kontinuierlichen Bildraum, der die Planeten vergleichbar macht. Vorläufer finden sich in historischen astronomischen Tafeln, Himmelsatlanten und Planetarien. Moderne Übersichtsgrafiken und digitale Darstellungen des Weltalls knüpfen daran an. Als didaktisches Propädeutikum leistet die (Kinder-)Buchform dazu nach wie vor einen hilfreichen Beitrag. – Lilli Weisenburger (2026)

Literatur / Quellen:

  • Smith, Sam: Das große Panoramabuch: Unser Sonnensystem, London: Useborn 2018.
Schlagwörter: Ästhetik, Ausfaltung, begrenzte Allheit, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, Fernblick, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation

2017 – Kinderbuchreihe Scanorama

Die Kindersachbücher von Anna Claybourne widmen sich spektakulären Themen aus der Fauna wie Gefährliche Tiere, Sensationelle Tierrekorde oder Dinosaurier. Die Seiten sind durch Schieber aus Papier und Folie ergänzt. Diese Streifen lassen sich auf der Seite hin- und herschieben, wodurch das Innere der Tiere an diesen Stellen sichtbar, also ein Röntgenblick simuliert wird. Die partielle Durchschau kann verstören, wirkt aber zugleich bezähmend. Wie einst das Kaiserpanorama sucht und bannt das Scanorama seine Sensationen. – Lea-Sophie Dettmann | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Claybourne, Anna: Scanorama: Gefährliche Tiere, Frankfurt am Main: Fischer Meyers Kinderbuch 2017
Schlagwörter: Animation, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Relief, schematisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Voletarium im Europapark

Mit der Eröffnung des Voletariums am 3. Juni 2017 wird der Europapark in Rust, der meistbesuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum, um eine innovative Attraktion reicher. Dabei handelt es sich um ein Panoramatic Flying Theater, das den klassischen Motion Simulator in eine neue Dimension überführt. Die Gäste sitzen in offenen Gondeln, die an massiven Stahlträgern befestigt sind und sich während der Fahrt parallel zur Leinwand in alle Richtungen bewegen. Erst in dieser schwebenden Position entsteht die Illusion, selbst im Raum zu hängen, während vor, über und unter einem ein nahtlos gefilmter Rundflug über Europa beginnt.

Die Technik arbeitet dabei mit präziser Synchronität: Die Bewegungen des Motionsystems greifen genau die Richtungen, Beschleunigungen und Neigungen der gezeigten Bilder auf, so dass das visuelle Erleben und die eigene Körperbewegung sich wie ein einziger Ablauf anfühlen. Unterstützt wird die Realerfahrungseinheit durch Geruchseffekte, Wind und feinen Regennebel, die das Geschehen atmosphärisch verdichten und die visuelle Perzeption über die Leinwand hinaus erweitern.

So entsteht ein immersives Rundumerlebnis, ein 5D-Eindruck, in dem Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Bewegen ineinander übergehen, bis der Flug beinahe echt wirkt. – Larissa Kurti (2026)

Weblinks:

🖙 Doku über den Bau des Voletariums
🖙 Infos zu anderen Flying Theaters

Schlagwörter: 360°, Animation, audiovisuell, Bauwerk, begrenzte Allheit, bildvisuell, Draufblick, faktual, Fernblick, Film, Gesamtprojektion, geschlossen geordnet, haptisch, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Medientechnik, mimetisch, Moving Panorama, Panoramaflug, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2016 – Radioteleskop „FAST“


Das Radioteleskop „FAST“ (Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope) mit dem chinesischen Spitznamen „Tianyan“ (übers.: „Himmelsauge“) in der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas ist das weltweit größte Radioteleskop mit einer gefüllten Apertur und nach dem RATAN-600 das zweitgrößte Radioteleskop mit einer einzigen Schüssel. Am 25. September 2016 wird das 180 Mio. US-Dollar teure Projekt nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Die reflektierende Fläche der geodätischen Kuppel mit einem Durchmesser von 500 m besteht aus 4450 dreieckigen Aluminiumpaneelen mit einer Seitenlänge von 11 m, befindet sich in einer natürlichen Senke und bündelt die Radiowellen auf eine Empfangsantenne in einer 140 m darüber hängenden Kabine. Unter den Paneelen befinden sich 2225 Winden, welche die Oberfläche zu einer beweglichen Parabolantenne werden lassen, die auf die gewünschte Himmelsrichtung ausgerichtet werden kann. Dieser Aufbau erlaubt ohne die Verwendung eines Schwenkmechanismus’ Beobachtungen von Himmelsregionen bis 40° Zenitdistanz. Das Radioteleskop ermöglicht astronomische Entdeckungen, insbesondere die Erforschung von Pulsaren profitiert seither mit über 500 neu registrierten Objekten. – Kaim Bozkurt

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Offizielle Homepage

Schlagwörter: Bauwerk, Bild, bildvisuell, Didaktik, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Halbkugel, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Organisation, Rundbau, schematisch, Technik, Überwachung, Wissenschaft, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2015 – Katharina Gaenssler, Bauhaus Staircase / Werkkatalog TXT IMG


Fotoinstallation im New Yorker Museum of Modern Art, von der Künstlerin selbst beschrieben als „Abwicklung verschiedener Perspektiven aus dem Treppenhaus am Bauhaus Dessau (Walter Gropius, 1925 bis 1926), des Gemäldes Bauhaustreppe/Bauhaus Stairway (1932) von Oskar Schlemmer und dessen Kopie Bauhaus Stairway (1988) von Roy Lichtenstein. Die Montage wird – ortspezifisch konzipiert – mit der architektonischen Situation am MoMA selbst verschränkt: Die Installation befindet sich im sogenannten Bauhaus Staircase, in dem 1939 von Philip L. Goodwin und Edward Durell Stone im Sinne des ‚International Style‘ entworfenen Gebäude des Museums.“ Das zugehörige Buchobjekt versammelt in Form eines auf zehn Meter ausfaltbaren Leporellos sämtliche der für die Installation erstellten 10.177 Fotografien. – Im selben Jahr erscheint das Buchkompendium TXT IMG, welches Gaensslers bisheriges Gesamtwerk auf 407.954 miniaturisierten Fotoabbildungen präsentiert. – Johannes Ullmaier | Nina Cullmann

Literatur / Quellen:

  • Gaenssler, Katharina: Staircase, Buchobjekt 2015
  • Gaenssler, Katharina: TXT IMG, Leipzig: Spector Books 2015

Weblinks:

🖙 Website Ganessler 1511 (MOMA) W
🖙 Moma Website Bauhaus Staircase

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtprojektion, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Überbreite, Zugleichspräsentation