2015 – Katharina Gaenssler, Bauhaus Staircase / Werkkatalog TXT IMG


Fotoinstallation im New Yorker Museum of Modern Art, von der Künstlerin selbst beschrieben als „Abwicklung verschiedener Perspektiven aus dem Treppenhaus am Bauhaus Dessau (Walter Gropius, 1925 bis 1926), des Gemäldes Bauhaustreppe/Bauhaus Stairway (1932) von Oskar Schlemmer und dessen Kopie Bauhaus Stairway (1988) von Roy Lichtenstein. Die Montage wird – ortspezifisch konzipiert – mit der architektonischen Situation am MoMA selbst verschränkt: Die Installation befindet sich im sogenannten Bauhaus Staircase, in dem 1939 von Philip L. Goodwin und Edward Durell Stone im Sinne des ‚International Style‘ entworfenen Gebäude des Museums.“ Das zugehörige Buchobjekt versammelt in Form eines auf zehn Meter ausfaltbaren Leporellos sämtliche der für die Installation erstellten 10.177 Fotografien. – Im selben Jahr erscheint das Buchkompendium TXT IMG, welches Gaensslers bisheriges Gesamtwerk auf 407.954 miniaturisierten Fotoabbildungen präsentiert. – Johannes Ullmaier | Nina Cullmann

Literatur / Quellen:

  • Gaenssler, Katharina: Staircase, Buchobjekt 2015
  • Gaenssler, Katharina: TXT IMG, Leipzig: Spector Books 2015

Weblinks:

🖙 Website Ganessler 1511 (MOMA) W
🖙 Moma Website Bauhaus Staircase

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtprojektion, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Überbreite, Zugleichspräsentation

2015 – 360°-Video auf YouTube

Im Jahr 2015 schaltet die kollaborative Netzwerkplattform YouTube eine Funktion zum Hochladen von 360°-Videos frei. Andere Plattformen (zum Beispiel Facebook) ziehen nach, wodurch die Technologie Mitte der 2010er-Jahre bekannt wird. 360°-Videos können computeranimiert sein oder aus fotografischen Bewegtbildern bestehen. Letztere werden von einer omnidirektionalen, mit mehreren weitwinkligen Linsen ausgestatteten Kamera aufgenommen. In den Videos erhalten die Zuschauer:innen die Freiheit, sich von einer vorgegebenen und teilweise bewegten Position aus in alle Richtungen umzuschauen. Das kann bei aufgesetzter VR-Brille mit den Bewegungen des Kopfes oder Körpers erfolgen oder monoskopisch auf einem Bildschirm durch die Bewegung der Computermaus. Abgesehen von der Wahlfreiheit der Blickrichtung sind 360°-Videos in ihrem Verlauf linear und nicht interaktiv. Eingesetzt werden sie in verschiedenen Bereichen: Bildung, Forschung, Journalismus, Wirtschaft oder Werbung. Auch fiktionale Filme werden mit 360° umgesetzt: Der Musik-Animationsfilm Pearl (USA 2016, R: P. Osborne) wurde 2017 als erster 360°-Film für einen Oscar nominiert. In der affektgeladenen Handlung, die mit vielen Zeitsprüngen und Ortswechseln arbeitet, befinden sich die Zuschauer:innen auf dem Beifahrersitz eines Autos. Sowohl die Geschehnisse im Innenraum (eine Vater-Tochter-Beziehung) als auch die vorbeiziehenden Landschaften können beobachtet werden. – Johannes Noss

Literatur / Quellen:

  • Petry, Thorsten/Jäger, Wolfgang: Digital HR, Freiburg: Haufe-Lexware GmbH & Co. KG 2018, S. 170 f.

Weblinks:

🖙 Wikipedia: 360°-Videos
🖙 YouTube: Pearl (2016)

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, Didaktik, faktual, fiktional, Film, Gesamtprojektion, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Rahmenexpansion, Technik, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2015 – Susanne Rebscher & Annabelle von Sperber, Das große Wimmelbuch der Kunst


In diesem Wimmelbuch durchquert der Betrachter sämtliche prägende Kunstepochen von der Steinzeit bis zur heutigen Zeit. Auf den großformatigen Doppelseiten werden zahlreiche bekannte Künstler:innen sowie Kunstwerke abgebildet, die es zu entdecken und zu identifizieren gilt. Viele der Szenerien sind im Stil der entsprechenden Kunstbewegungen gehalten und geben einen Überblick über Techniken, Motive und Präsentationsformen der Kunst. Neben dieser Zugleichspräsentation des weiten Feldes der Kunst lädt das Wimmelbuch aber auch zu einer eingehenden Detailbetrachtung ein: In jeder Epoche verstecken sich mitten im Geschehen zwei kleine Äffchen, zu deren Suche das Buch die Leser ganz zu Anfang auffordert. Im Januar 2025 erscheint eine Neuausgabe des Buches. – Lena Reuther

Literatur / Quellen:

  • Rebscher, Susanne/von Sperber, Annabelle: Das große Wimmelbuch der Kunst, München u.a.: Prestel 2025.

Weblinks:

🖙 Website Illustratorin

Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wimmelbild, Zeichnung, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2015 – Dirac Research, Dirac Panorama Sound 

Ziel der schwedischen Forschungsfirma ist es, die räumliche Soundqualität auf mobilen Geräten zu verbessern. Dafür entwickelt sie ein Signalprozessor(DSP)-basiertes System für akustische Korrekturen, die die Raumanpassung optimieren sollen. Erstrebt wird ein 360°-Audio-Erlebnis auch für unterwegs. Firmen wie Dolby und DTS arbeiten zwar ebenfalls im Bereich mobiler Geräte, doch sticht Dirac mit seinem „Dirac Panorama Sound” durch MIMO-Technik hervor, die drahtlose Kommunikation mittels einer großen Anzahl von Antennen zur Verbesserung der Spektral- und Energieeffizienz ermöglicht. Während andere Entwickler mit Phasensprung arbeiten, um eine akustische Räumlichkeit zu erzeugen, optimiert der Dirac Panorama Sound den Impuls- und Frequenzgang für einen besseren Gesamtklang. So wird ein breiter Klangraum mittels mehrerer Lautsprecher erzeugt, die dicht nebeneinander aufgestellt sind. Die Technik wird erstmals auf der Consumer Electronics Show (CES) 2015 in Las Vegas vorgestellt. Größe und Machart der verwendeten Lautsprecher spielen dabei keine Rolle. Voraussetzung ist einzig das Vorhandensein von mehreren Lautsprechern. – Annika Bäurer

Weblinks:

🖙 Audioholics Online Magazine
🖙 Pressemitteilung Dirac

Schlagwörter: 360°, audiovisuell, auditiv, Gesamtprojektion, geschlossen, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, Mikropanoramatik, mimetisch, Rahmenexpansion, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2013 – Yayoi Kusama, The Souls of Millions of Light Years Away

Das Markenzeichen der 1929 in Matsumoto, Japan, geborenen Künstlerin sind ihre Polka Dots, farbige Punkte, die sie auf Leinwänden, Skulpturen, Menschen, ja im Prinzip überall anbringt. Ebenso einschlägig sind jedoch ihre Installationen und Performances. Kusamas bekannteste Installationsform sind die „Infinity Rooms“. Im Laufe ihrer Karriere hat sie mehr als zwanzig dieser „Unendlichkeitsräume“ geschaffen, jeden mit einer anderen Thematik bzw. einem anderen Titel (z. B. Phalli’s Field, Love Forever oder Aftermath Of Obliteration Of Eternity). The Souls Of Millions Of Light Years Away aus dem Jahr 2013 ist einer ihrer größten Räume: Wände, Decke und Boden sind mit Spiegeln ausgekleidet, eine kleine Anzahl von LED-Leuchten erhellt die Szenerie in verschiedenen Farben. Ähnlich wie Sterne in einer unendlich erscheinenden Galaxie reflektieren die Lichter in den Spiegeln, multiplizieren sich und schaffen in dieser immersiven Umgebung eine rekursive Illusion. Je weiter man in den Raum ‚hineinschaut‘, desto dichter wird die Lichterdecke, bis die Farben Grün und Weiß verschmelzen. Von allen Seiten umschlossen, tauchen die Eintretenden in diese künstliche Sternengalaxie ein, wodurch ein allumfassender, grenzenloser Schauradius suggeriert wird. – Nele Schön

Weblinks:

🖙 YouTube
🖙 Hirshhorn Museum, Washington

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, 360°, Allwahrnehmung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Event/Performance, faktual, Fernblick, fiktional, Gesamtprojektion, haptisch, Immersion, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, offen, Rahmenexpansion, schematisch, Überbreite, Überwachung, unbegrenzte Allheit, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

2012 – Dong Zheng, Panoramakarte der Schnellfahrstrecke Beijing – Shanghai

Handgemalte Streckenkarte zur Bewerbung einer Hochgeschwindigkeitszugverbindung. Als „Panorama mit dreidimensional angelegter Landschaft“ (Map. Karten, S. 59) repräsentiert die extreme Breitwandzeichnung (95,3 × 19 cm) die gesamte Wegstrecke mit unzähligen beschrifteten Details. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Map. Karten. Die Welt Entdecken, Hamburg: Edel Books 2015, S. 58 f.

Weblinks:

🖙 Artikel von Stephan Angsüsser

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bauwerk, Bild, bildvisuell, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtdiagramm, Gesamtprojektion, geschlossen, Großtableau, Karte, Leporello, Medialpanoramatik, Mikropanoramtik, mimetisch, Organisation, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, symbolisch, Technik, textuell, Überbreite, Unterhaltung, Wimmelbild, Zeichnung, Zugleichspräsentation

2011 – Thomas Köner, Europa – ein Klangpanorama

Aus dem Programmtext der Sound-Installation: „Wie klingt Dein Europa? Diese Frage richteten Deutschlandradio Kultur, das Goethe Institut Belgrad und das Institut für Musik und Akustik am ZKM Karlsruhe [2010] an angehende Klangkünstler:innen von Gibraltar bis in den Ural. Als Antwort kamen über 180 Einsendungen aus 25 Ländern.“ Köners Arbeit kombiniert die klangpanoramatische Tradition von geografisch weit erstreckten Simultan-Soundscapes, für die als Pionier vor allem Bill Fontana steht, mit dem Aufruf-Prinzip von Ernst Schnabels Hör-Panorama parallelen Zeitgeschehens in Der 29. Januar 1947. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 DLF-Ankündigung

Schlagwörter: Ästhetik, auditiv, Denkmal, Didaktik, faktual, Fernblick, fiktional, Gesamtprojektion, Hörwerk, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, mimetisch, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Technik, Überbreite, Überwachung, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2011 – OneZoom, interaktiver Baum des Lebens


OneZoom ist ein web-basiertes Bildungsprojekt, dessen Ziel ist, das Wissen über Evolution und über das Leben auf der Erde zu verbreiten. Es ist sowohl für Schüler als auch für Studenten und Wissenschaftler geeignet. Das Projekt wurde im Jahr 2011 vom britischen Forscher James Rosindell begründet und im Jahr 2012 veröffentlicht. Die Darstellung der Daten ist rekursiv organisiert: Zuerst wird eine integrale, aber undifferenzierte Baumstruktur dargestellt, deren Zweige beim Vergrößern des Bildes detaillierter entfaltet werden. Auf diese Weise kann man sowohl eine grobe Ansicht auf das Leben und dessen Entstehungs- und Verwandtschaftsverhältnisse insgesamt bekommen, als auch in einer fraktalen Bewegung bestimmte Areale bis hin zu einzelnen Arten genauer betrachten. Für jede Art stehen auch zusätzliche Informationen zur Verfügung. Auf der Webseite kann man zudem das Niveau der Bedrohung für verschiedene Lebewesen sehen. Auch gibt es viele weiterführende Links zu Online-Enzyklopädien und weiteren wissenschaftlichen Ressourcen wie dem National Center for Biotechnology Information (NCBI). OneZoom stellt insgesamt 2.235.473 Spezies dar und präsentiert sich damit als „A view of all known life“. – Sofya Sinelnikova

Weblinks:

🖙 OneZoom

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Animation, Bild, bildvisuell, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, offen, Rahmenexpansion, schematisch, Schraubenband, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2010 – Kontinuierliche 360°-Fotofunktion im Smartphone

Sony führt eine Smartphone-Funktion ein, bei der durch einen gleichmäßigen, langsamen Schwenk der Handykamera direkt ein integrales Foto im Panoramaformat erzeugt wird, anstatt dass wie zuvor de facto mehrere getrennte Bilder aufgenommen und nachträglich zusammengefügt werden. – Lea Müller

Weblinks:

🖙 SPIEGEL-Artikel

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bild, bildvisuell, faktual, Foto, Gesamtprojektion, geschlossen, Medialpanoramatik, Medientechnik, Mikropanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, Speicher, Technik, Überbreite, Unterhaltung, Zeitensynopse, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2010 – Der digitale Peters

Der Datenbestand der ➚ Synchronoptischen Weltgeschichte von Arno Peters, die 1952 in Buchform erstmals erschienen, wird digitalisiert und auf CD-ROM mit einem Beibuch publiziert. Aus dem vormaligen Ausklappkarten wird so eine integrale Digitalkarte, die sich auf einem 24-Zoll-Bildschirm horizontal über 37 m scrollen lässt. Die Suchfunktionen sind gegenüber der Print-Präsentation maßgeblich verbessert. Zudem wird Peters’ Karteikartenbasis, gleichsam der archivarische Maschinenraum seiner Universalhistorie, zugänglich gemacht. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Behrendt, Hans Rudolf/Burch, Thomas/Weinmann, Martin: Der Digitale Peters. Arno Peters Synchronoptische Weltgeschichte, Wiesbaden: Büro W Zweitausendeins 2010

Weblinks:

🖙 Der Digitale Peters auf Herodot

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Bild, bildvisuell, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtdiagramm, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Karte, Medialpanoramatik, Medientechnik, offen, Organisation, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, symbolisch, Technik, Text, textuell, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wissenschaft, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation