1966 – Roundhouse, London

1846/47 als Wendehalle für Lokomotiven erbautes Rundgebäude, das 1966 zur Veranstaltungshalle umgewidmet und vor allem in der Frühzeit zum Schauplatz immersiv all-entgrenzter Psychedelic-Events wird, am prominentesten Pink Floyd- und Soft Machine-Konzerte. – Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, audiovisuell, auditiv, Denkmal, Event/Performance, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, Organisation, Rundbau, Technik, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

1964 – Bertrand Goldberg, Marina City


Zwillingsrundwohntürme in Chicago, bei Eröffnung die größten der Welt. Über das Konzept einer geschlossenen ‚Doppelrundstadt in der Stadt‘ hinaus in panoramatischer Hinsicht besonders durch die rekursive Pointe interessant, dass der Ausblick aus dem einen Rundbau hier fast überall den jeweils anderen, also eine gleichartige Blickplattform, einschließt, in deren Blickfeld das betrachtende Auge so im Prinzip auch selbst erscheint. Anders als im Barker-Panorama kann die damit evtl. verbundene Irritation in der Betonrealität jedoch kaum eine Illusionsstörung bewirken. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • The Tale of Tomorrow. Utopian Architecture in the Modernist Realm, Berlin: Die Gestalten 2016>, S. 186–196
  • Marjanovic, Igor: Marina City: Bertrand Goldberg’s Urban Vision, Princeton: Princeton Architectural Press 2010

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Blicktransparenz, Fernblick, haptisch, Medialpanoramatik, Organisation, Realpanoramatik, Rundband, Rundbau, Technik, Überwachung, visuell, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1962 – Kuppel-Kino: Cinerama 360

Von der Cinerama Company für die Boeing Company entwickeltes hemisphärisches Filmverfahren, anfangs für Flugsimulatoren gedacht und auf der Weltausstellung in Seattle 1962 erstmals öffentlich vorgestellt. Mit einer speziellen Fischaugen-Linse kann der 70 mm-Film vom Filmprojektor, der im Boden des Zuschauerraums verbaut ist, direkt auf die Leinwand projiziert werden. Die Kuppelprojektion des 15-minütigen Films Journey to the Stars (USA 1962) markiert die erste Realisation. Weitere öffentliche Vorführungen erfolgen auf 35 mm. Für die Weltausstellung in New York 1964/65 wird das Verfahren weiterentwickelt und im Spacearium der 15-minütige Film To the Moon and Beyond (USA 1964, R: C. Pedersen) präsentiert. Beide Filme zeigen Flüge durchs Weltall und sollen eine spektakuläre und detailgetreue Darstellung der Galaxie ermöglichen. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Kiessling, Maren: „Domografie. Visuelle Narration im Fulldome“. In: CINEMA 63 (2018), S. 98–112, S. 98–112
  • Piccolin, Lucas: „Rundumkinos. Vom Panorama zu 360°-Filmsystemen.“. In: Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere 78 (2007)

Weblinks:

🖙 Mediarep: Rundumkinos. Vom Panorama zu 360°-Filmsystemen.

Schlagwörter: Ästhetik, audiovisuell, Bauwerk, bildvisuell, Film, geschlossen, Halbkugel, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Panoramaflug, Rundbau, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1960 – John Lautner, Panorama-Turm-Häuser


Serie von architektonischen Realisationen in unmittelbarer Barker-Panorama-Tradition: Auftakt 1960 die Malin Residence (Chemisphere), ein Wohn- und Party-Ufo im kalifornischen Fernando Valley; ähnlich spektakulär das Elrod House (1968) und die Arango Residence (1973). – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Borges, Sofia (Hg.): The Tale of Tomorrow. Utopian Architecture in the Modernist Realm, Berlin: Die Gestalten 2016, S. 148–167

Weblinks:

🖙 Wikipedia Malin Residence

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Blicktransparenz, Fernblick, haptisch, Medialpanoramatik, Naturpanorama, Organisation, Realpanoramatik, Rundband, Rundbau, Technik, Überwachung, visuell, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

1958 – André Waterkeyn, Atomium


Das Brüsseler Wahrzeichen zur Weltausstellung 1958 beherbergt als von innen begehbare Kugelkonstruktion in der obersten Kugel ein Kugelpanorama-Restaurant mit entsprechend rundem Ausblick. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Borges, Sofia (Hg.): The Tale of Tomorrow. Utopian Architecture in the Modernist Realm, Berlin: Die Gestalten 2016, S. 118–123

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Panoramaebene Atomium

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Denkmal, Diagramm, Didaktik, Fernblick, Gesamtprojektion, Kugel, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Realpanoramatik, Rundbau, Technik, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

1958 – Kuppel-Kino Cinetarium

Von Adalbert Baltes auf der Photokina Messe in Köln präsentierter Prototyp eines hemisphärischen Kuppel-Kinos mit 7 m Durchmesser und Platz für 45 Personen. Mittig innerhalb der Kuppel projiziert ein senkrecht nach oben gerichteter Projektor das Filmbild auf eine hängende Spiegelkugel, welche es rundherum auf die kuppelförmige Leinwand reflektiert. Bei der Aufnahme wiederum filmt die Kamera eine ebenfalls senkrecht über ihr angebrachte, h ängende Spiegelkugel. Die Unterseite der Kugel ist schwarz abgedeckt. Der entstandene Frame enthält zudem ein schwarzes Zentrum, um die Kamera im Spiegelbild der Kugel zu verdecken. Das Konzept des Cinetariums wird bis 1967 von Phillippe Jaulmes für sein PANRAMA-System adaptiert. Es projiziert mit einem Spiegelsystem in eine um 30° geneigte hemisphärische Kuppel. Auf drehbaren Sitzen kann das Publikum vor allem experimentelle und animierte Filme sehen. In seiner Kuppelkonzeption erinnert es an Projektionsplanetarien wie das im Deutschen Museum in München. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Reissmann, Volker: „Ein Visionär auf dem Weg zur totalen Immersion: Adalbert Baltes“. In: Hamburger Flimmern 13 (2007), S. 17–21
  • Jaulmes 1967 ((fehlt in der Bibliografie))

Weblinks:

🖙 Wikipedia Baltes

Schlagwörter: Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, Film, geschlossen, Halbkugel, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Rundbau, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1955 – 360°-Filmsystem: Circarama


Zylindrisches 360°-Multikamera- und -Multiprojektoren-Filmsystem. Es steht in der Tradition von Raoul Grimoin-Sansons Cinéorama und wird unter der Leitung von Roger Broggie und Ub Iwerks für Walt Disney entwickelt. Im damals neu errichteten Freizeitpark Disneyland in Anaheim kommt es mit dem Film A Tour of the West (USA 1955, R: P. Ellenshaw) erstmalig zur öffentlichen Vorführung. Der zwölfminütige Farbfilm zeigt eine Autofahrt durch Städte und Landschaften des Westens der USA. Gefilmt wird im Circarama-Verfahren mit elf 16 mm-Kameras, die kreisförmig auf einer Platte positioniert werden und synchron gestartet werden können. Die gleichnamige Vorführstätte ist ein Rundbau mit 12 m Durchmesser, an der Innenwand ausgestattet mit einer 3 m hohen Leinwand samt Öffnungen und Trennbalken. Darin befinden sich elf Projektoren und projizieren das Bild auf die jeweils gegenüber montierten Leinwände. Der Ton wird auf vier Magnetspuren aufgenommen, sodass vier im Raum verteilte Lautsprecher Toneffekte aus verschiedenen Richtungen abspielen. Das Circarama-System wird in den darauffolgenden Jahren auch in Europa auf mehreren Ausstellungen vorgeführt und schrittweise weiterentwickelt: Das System Circle Vision 360 kann ab 1964 durch eine kompaktere Kameraeinheit aus neun 35 mm-Kameras und einem Spiegelsystem eine höhere Bildqualität erreichen. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Piccolin, Lucas: „Rundumkinos. Vom Panorama zu 360°-Filmsystemen.“. In: Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere 78 (2007)
  • Nilsen, Sarah: Projecting America, 1958. Film and Cultural Diplomacy at the Brussels World’s Fair, Jefferson, North Carolina/London: MacFarland and Company 2011, S. 60–80

Weblinks:

🖙 Mediarep: Rundumkinos. Vom Panorama zu 360°-Filmsystemen.
🖙 Wikipedia Circle-Vision 360°

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, faktual, fiktional, Film, Gesamtprojektion, geschlossen, haptisch, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Naturpanorama, Panoramabild, Rahmenexpansion, Rundband, Rundbau, Technik, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1952 – Buckminster Fuller, Geoscope

Analog zur Perspektivverschiebung weg von einer egozentristischen Weltauffassung, die Fuller mit der Dymaxion Map in Bezug auf traditionelle Weltkarten versucht hat, nimmt er mit dem kugelförmigen Geoscope den Blick aus dem All auf das von ihm so getaufte „Raumschiff Erde“ vorweg. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Krausse, Joachim/Lichtenstein, Claude: Your Private Sky. R. Buckminster Fuller. Design als Kunst einer Wissenschaft, Zürich: Lars Müller 1999, S. 344–353

Weblinks:

🖙 Wikipedia Geoscope

Schlagwörter: Ästhetik, Bauwerk, bildvisuell, Blicktransparenz, Didaktik, Draufblick, faktual, Fernblick, Gesamtprojektion, Globus, Kugel, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Organisation, Rundbau, schematisch, Weltkarte, Wissenschaft, Zugleichspräsentation

1952 – Breitwandformat Cinerama


Von Fred Waller entwickeltes Aufnahme- und Projektionsverfahren, das mit dem 115-minütigen Travelogue-Film This Is Cinerama (USA 1952, R: M. C. Cooper) am 30. September 1952 öffentlich vorgestellt wird. Drei 35 mm-Projektoren werfen kreuzüber ein breites Bild auf eine halbkreisförmige Bildwand aus 1100 senkrecht stehenden Lamellen. So erreicht das Bild einen Winkel von 146° in der Breite und 55° in der Höhe. Ein weiterer Projektor mit 35 mm-Film, auf dem sieben Magnetspuren untergebracht sind, erzeugt im Zusammenspiel mit fünf Lautsprechern hinter der Leinwand und mehreren Effektlautsprechern einen stereophonen Ton, der gemeinsam mit dem überbreiten Seitenverhältnis von 2,68:1 eine Raumillusion erzeugen soll. Das Verfahren wird Anfang der 1960er-Jahre als Ultra Cinerama, Super Cinerama oder auch New Super Cinerama dahingehend weiterentwickelt, dass nun ein einziger Projektor mit 70 mm-Positiv das Breitwandverhältnis erzielen kann, sodass die Schwierigkeiten einer synchronen Simultanprojektion entfallen. Neben Werbefilmen werden sieben Kinofilme im Cinerama-Verfahren produziert. How The West Was Won (USA 1962, R: H. Hathaway/J. Ford/G. Marshall) ist der erste von zwei Spielfilmen, die im Drei-Linsen-Cinerama-Format produziert und vorgeführt werden, und zeigt panoramatische Bilder des US-amerikanischen Westens. Der erste Spielfilm im Single-Film-Cinerama mit einem Projektor ist It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World (USA 1963, R: S. Kramer), gefilmt auf Ultra Panavision 70. – Kaim Bozkurt

Literatur / Quellen:

  • Waller, Fred: „The Archeology of Cinerama“. In: Film History 5 (1993), H. 3, S. 289–297, S. 289–297
  • Belton, John: Widescreen Cinema, Cambridge, MA: Harvard University Press 1992

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, audiovisuell, auditiv, bildvisuell, faktual, fiktional, Film, Gesamtprojektion, Großtableau, Halbkugel, Halbrundband, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Rahmenexpansion, Rundbau, Technik, Überbreite, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

1948 – Ruth Ford House


Glamouröses Beispiel eines realisierten Rotunden-Wohnbaus mit 360°-Ausblick und -Einblick. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Borges, Sofia (Hg.): The Tale of Tomorrow. Utopian Architecture in the Modernist Realm, Berlin: Die Gestalten 2016, S. 60–65

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: 360°, Ästhetik, Bauwerk, Blicktransparenz, Fernblick, haptisch, Medialpanoramatik, Naturpanorama, Organisation, Realpanoramatik, Rundband, Rundbau, Technik, Überwachung, visuell, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation