112–113 – Trajanssäule


35 m hohe Ehrensäule von 3,7 m Durchmesser für den römischen Kaiser Trajan (98–117). Auf deren 190 m langem Schraubenreliefband sind in 23 Rundwindungen wimmelbildartige Szenen aus zwei zeitgenössischen Eroberungsfeldzügen gegen die Daker in rahmenlos fortlaufender Aufwärts-Chronologie dargestellt. In seinem monumentalen Selbstverherrlichungs-Panorama erscheint Trajan unter den insgesamt etwa 2500 Figuren selbst 58 mal, mithin teils mehrfach zugleich. Anstelle der den Säulengipfel ursprünglich zusätzlich krönenden Trajanstatue steht seit 1587 eine Bronzestatue des Apostels Petrus. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Mithoff, Fritz/Schörner, Günther (Hgg.): Columna Traiani – Trajanssäule. Siegesmonument und Kriegsbericht in Bildern. Beiträge der Tagung in Wien anlässlich des 1900. Jahrestages der Einweihung, 9.–12. Mai 2013, Wien: Holzhausen 2017
  • Stefan, Alexandre Simon (Hg.): Die Trajanssäule. Dargestellt anhand der 1862 für Napoleon III. gefertigten Fotografien. Mit einem Beitrag von Hélène Chew, Darmstadt: wbg / Philipp von Zabern 2020

Weblinks:

🖙 Wikipedia

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bauwerk, Bild, bildvisuell, Denkmal, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtprojektion, Großtableau, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, mimetisch, Mythos/Religion, offen, Rahmenexpansion, Rundbau, schematisch, Schraubenband, Skulptur, Überbreite, Wimmelbild, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation

ca. -250 – Turmbau zu Babel im Alten Testament

Der biblische Bericht vom Turmbau zu Babel (Gen 11, 1–9) ist eine der bekanntesten Erzählungen des Alten Testaments. Darin beginnt ein Volk aus dem Osten, welches „die eine“ heilige Sprache spricht, in der Ebene des Landes Schinar einen Turm zu bauen, der mit seiner Spitze bis zum Himmel reichen soll, was traditionell als Versuch der Menschheit gedeutet wird, sich Gott gleichzustellen, indem man sich zu dessen himmlischer Überschau-Perspektive hocharbeitet. Gott sabotiert dieses Vorhaben durch die babylonische Sprachverwirrung: Wo zuvor alle Menschen ein gemeinsames Zentrum und eine universale Verständigungsbasis hatten, sind sie nun in alle Welt verstreut und verstehen einander nicht mehr. Realgeschichtlich wird der Turmbau heute am ehesten mit der Zikkurat Etemenanki in Verbindung gebracht. – Caroline Klein

Literatur / Quellen:

  • Wadler, Arnold: Der Turm von Babel [1935], Wiesbaden: Fourier Verlag 1980
  • Katholische Bibelanstalt (Hg.): Die Bibel. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Freiburg im Breisgau: Herder 2016, Gen 11, 1–9
Schlagwörter: Bauwerk, Denkmal, Didaktik, Fernblick, fiktional, Idealpanoramatik, Inhaltspanoramatik, Konzept/Idee, Mythos/Religion, Organisation, Rundbau, symbolisch, Technik, Text, textuell

ca. -4900 – Erste „Sternwarte“


Die 1991 entdeckte Kreisgrabenanlage von Goseck in Sachsen-Anhalt gilt als frühester archäologisch belegter Ort systematischer Himmelsbeobachtung. Sie besteht aus einem kreisförmigen Graben mit einem Durchmesser von ca. 70 m und ist von einem Wall umgeben. Im Inneren des Grabens befinden sich vier Tore, die in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. 2005 wurde das Bauwerk rekonstruiert und als Besichtigungsort eröffnet. – Maureen Seyfarth | Johannes Ullmaier

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Sonnenobervatorium Goseck

Schlagwörter: Bauwerk, bildvisuell, Denkmal, faktual, Fernblick, Gesamtprojektion, geschlossen, Medientechnik, Mythos/Religion, Naturpanorama, Realpanoramatik, Rundband, Rundbau, Technik, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation