2018 – Galand/Jaquot, Die Welt in der Wunderkammer

Nach Jahrhunderten (ab dem 16) geordnetes und mit je einem Ausklapp-Großtableau aufwartendes Buchkompendium zur Geschichte des panoramatischen Wunderkammer-Sammel- und Präsentationsbegehrens. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Galand, Alexandre/Jaquot, Delphine: Die Welt in der Wunderkammer, Hildesheim: Gerstenberg 2020
Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtarchiv, Gesamtkompendium, Laufpräsentation, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, offen, Organisation, Panoramabild, schematisch, Speicher, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation

2018 – Goldene Brücke


Die Goldene Brücke ist eine 150 Meter lange Fußgängerbrücke im Bà-Nà-Hills-Resort des Truong-Son-Gebirge in der Nähe der vietnamesischen Großstadt ÐàN?ng. Sie wird im Juni 2018 nach einjähriger Bauzeit eröffnet und besteht aus einem Stahlgeflecht und Fiberglas. Primär als Zubringer einer Seilbahnstation gebaut, verbindet sie diese mit den Gartenanlagen eines Berghotels. Von der Brücke, die 1400 Meter über dem Meeresspiegel liegt, bietet sich eine majestätische Panorama-Aussicht auf die umgebende Landschaft. Die zwei riesigen Steinhände, die das Bauwerk zu stützen scheinen, machen es zu einer der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten des Landes, die Touristen zum Beschauen wie zum Über- und Herunterschauen gleichermaßen einlädt. – Jakob Wallis

Weblinks:

🖙 Wikipedia
🖙 Asiatica-travel

Schlagwörter: Ästhetik, Bauwerk, Denkmal, Draufblick, faktual, Fernblick, geschlossen, haptisch, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Naturpanorama, Organisation, Realpanoramatik, Technik, Überwachung, Unterhaltung, visuell, Zugleichspräsentation

2017 – Kinderbuchreihe Scanorama

Die Kindersachbücher von Anna Claybourne widmen sich spektakulären Themen aus der Fauna wie Gefährliche Tiere, Sensationelle Tierrekorde oder Dinosaurier. Die Seiten sind durch Schieber aus Papier und Folie ergänzt. Diese Streifen lassen sich auf der Seite hin- und herschieben, wodurch das Innere der Tiere an diesen Stellen sichtbar, also ein Röntgenblick simuliert wird. Die partielle Durchschau kann verstören, wirkt aber zugleich bezähmend. Wie einst das Kaiserpanorama sucht und bannt das Scanorama seine Sensationen. – Lea-Sophie Dettmann | Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Claybourne, Anna: Scanorama: Gefährliche Tiere, Frankfurt am Main: Fischer Meyers Kinderbuch 2017
Schlagwörter: Animation, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Blicktransparenz, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtprojektion, geschlossen, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Relief, schematisch, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, Zeichnung, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation

2017 – Nintendo-Videospiel The Legend of Zelda: Breath of the Wild

In The Legend of Zelda: Breath of the Wild zeigt sich Panoramatik als zentraler gestalterischer Aspekt, der visuelle, narrative und spielmechanische Dimensionen vereint. Die weiten Ausblicke in Breath of the Wild dienen der Orientierung und lenken den Blick des Spielers auf Points of Interest (vgl. Bonner, Panorama-Situationen, S. 589), zentrale Orte wie Türme, Schreine oder markante Landschaftsformationen. Der Spieler kann durch die Steuerung jederzeit seine Umgebung von allen Seiten betrachten. Diese Panoramen fördern die Immersion, indem sie die Welt von Hyrule als glaubwürdig und lebendig erscheinen lassen. Gleichzeitig vermitteln sie narrative Tiefe, indem sie visuell die Geschichte und Mythologie der Welt andeuten, etwa durch die Ruinen längst vergangener Zivilisationen. Darüber hinaus verbinden die panoramatischen Ausblicke technische und funktionale Ziele: Der Spieler erhält Hinweise auf mögliche Pfade, versteckte Geheimnisse und bevorstehende Herausforderungen. Breath of the Wild zeigt exemplarisch, wie Panoramatik in Open-World Spielen nicht nur ästhetische Erlebnisse bietet, sondern auch zentrale spielmechanische und narrative Funktionen erfüllt. Die zumeist weite und abwechslungsreiche Landschaft ist durch das Rendering (Bildverarbeitung) selbst auf hohe Distanz noch gut zu erkennen und erweckt ein Gefühl der Grenzenlosigkeit. Darin unterscheidet sich Breath of the Wild von anderen Open-World-Spielen, in denen keine räumliche Weite visuell dargestellt wird, beispielsweise ADVENT (vgl. 1976 Computerspiel Colossal Cave Adventure (ADVENT)). Allerdings orientiert sich die Karte des Spiels nicht an der Bewegung und Ausdehnung des Spielers, wie es bei Minecraft der Fall ist (vgl. 2009 Markus „Notch“ Persson, Minecraft), sondern ist von festgesetzten Grenzen in Form von unsichtbaren Wänden umgeben, an denen der Spieler nicht vorbeikommt. – Felix Klopsch / Annika Bäurer

Literatur / Quellen:

  • Bonner, Marc: Offene-Welt-Strukturen. Architektur, Stadt- und Naturlandschaft im Computerspiel, Marburg: Büchner-Verlag eG 2023.
  • Bonner, Marc: „Medienspezifische Panorama-Situationen in Open-World-Spielen“. In: Alles im Blick. Perspektiven einer intermedialen Panoramatik, hg. von Roman Mauer, Johannes Ullmaier, und Clara Wörsdörfer, Wiesbaden: Springer 2025, S. 585–609.

Weblinks:

🖙 Nintendo

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, audiovisuell, auditiv, bildvisuell, fiktional, Film, Immersion, Inhaltspanoramatik, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medieninstallation, Medientechnik, Moving Panorama, panoramatische Erzählung, Technik, Text, textuell, Unterhaltung, visuell, Zugriffspräsentation

2016 – Beipanjiang-Brücke


China hat gerade einen Rekord verkündet: Dort wurde die höchste Brücke der Welt gebaut und nun für den Verkehr geöffnet. Fast 570 Meter hoch spannt sie sich über das Beipanjiang-Tal, eine etwa einen Kilometer breite Schlucht, die zwei benachbarte Provinzen trennt. Die Schrägseilbrücke, deren Baukosten rund 130 Millionen Euro betragen, ist eine stählerne Fachwerkkonstruktion und Teil einer Autobahn. Künftig müssen die Autofahrer dort nicht mehr fünf Stunden lang durch die Berge kurven, um in die andere Provinz zu gelangen. Durch die 1341 Meter lange Brücke verkürzt sich die Fahrtzeit auf weniger als eine Stunde. Das Bauwerk scheint in einer atemberaubenden Höhe über der Schlucht zu schweben. Selbst wenn über dem Tal dichter Nebel liegt, haben Autofahrer dennoch Chancen auf Sonnenschein und einen schwindelerregenden Rundumblick. – Jakob Wallis

Weblinks:

🖙 Süddeutsche Zeitung
🖙 Wikipedia

Schlagwörter: Ästhetik, Bauwerk, Denkmal, Draufblick, faktual, Fernblick, geordnet, haptisch, Laufpräsentation, Organisation, Panoramaflug, Realpanoramatik, Technik, visuell

2016 – Raoul Schrott, Erste Erde

850-seitiger Versuch, das Weltganze in historischer und thematischer Vollbreite poetisch zu erfassen. In Überbietung von Lukrez und Schedel annonciert der Klappentext: „Vom Urknall über die Entstehung des Planeten bis hin zu uns unternimmt [das Werk] den großen Versuch, unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse literarisch umzusetzen und sie an einzelnen Lebensgeschichten anschaulich zu machen. In wechselnden poetischen Formen ergibt sich ein breites erzählerisches Panorama.“ – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • Schrott, Raoul: Erste Erde. Epos, München: Hanser 2016

Weblinks:

🖙 Perlentaucher

Schlagwörter: Ästhetik, Buch, Denkmal, Didaktik, faktual, fiktional, geordnet, Gesamtkompendium, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, offen, panoramatische Erzählung, symbolisch, Text, textuell, Überbreite, unbegrenzte Allheit, Universalchronik, Unterhaltung

2015 – Katharina Gaenssler, Bauhaus Staircase / Werkkatalog TXT IMG


Fotoinstallation im New Yorker Museum of Modern Art, von der Künstlerin selbst beschrieben als „Abwicklung verschiedener Perspektiven aus dem Treppenhaus am Bauhaus Dessau (Walter Gropius, 1925 bis 1926), des Gemäldes Bauhaustreppe/Bauhaus Stairway (1932) von Oskar Schlemmer und dessen Kopie Bauhaus Stairway (1988) von Roy Lichtenstein. Die Montage wird – ortspezifisch konzipiert – mit der architektonischen Situation am MoMA selbst verschränkt: Die Installation befindet sich im sogenannten Bauhaus Staircase, in dem 1939 von Philip L. Goodwin und Edward Durell Stone im Sinne des ‚International Style‘ entworfenen Gebäude des Museums.“ Das zugehörige Buchobjekt versammelt in Form eines auf zehn Meter ausfaltbaren Leporellos sämtliche der für die Installation erstellten 10.177 Fotografien. – Im selben Jahr erscheint das Buchkompendium TXT IMG, welches Gaensslers bisheriges Gesamtwerk auf 407.954 miniaturisierten Fotoabbildungen präsentiert. – Johannes Ullmaier | Nina Cullmann

Literatur / Quellen:

  • Gaenssler, Katharina: Staircase, Buchobjekt 2015
  • Gaenssler, Katharina: TXT IMG, Leipzig: Spector Books 2015

Weblinks:

🖙 Website Ganessler 1511 (MOMA) W
🖙 Moma Website Bauhaus Staircase

Schlagwörter: (Aus-)Faltung, Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, faktual, Foto, Gesamtprojektion, Großtableau, Leporello, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Überbreite, Zugleichspräsentation

2015 – AirPano, Weltbilder

Fotobuchkompendium stellvertretend für den aktuellen Stand der Panorama-Fotografie nach dem Game-Change durch Drohneneinsatz; kurz darauf erscheint ein Folgeband. – Johannes Ullmaier

Literatur / Quellen:

  • AirPano: Neue Weltbilder. Atemberaubende Ansichten unserer Erde. [OA: 2017], München: Frederking & Thaler 2018
  • AirPano: Weltbilder. Eine außergewöhnliche Sicht auf unsere Erde. [OA: 2015], 5. Aufl., München: Frederking & Thaler 2021
Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Didaktik, Draufblick, faktual, Fernblick, Foto, Gesamtprojektion, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Naturpanorama, Panoramabild, Panoramaflug, Technik, Überwachung, Unterhaltung, Zugleichspräsentation

2015 – 360°-Video auf YouTube

Im Jahr 2015 schaltet die kollaborative Netzwerkplattform YouTube eine Funktion zum Hochladen von 360°-Videos frei. Andere Plattformen (zum Beispiel Facebook) ziehen nach, wodurch die Technologie Mitte der 2010er-Jahre bekannt wird. 360°-Videos können computeranimiert sein oder aus fotografischen Bewegtbildern bestehen. Letztere werden von einer omnidirektionalen, mit mehreren weitwinkligen Linsen ausgestatteten Kamera aufgenommen. In den Videos erhalten die Zuschauer:innen die Freiheit, sich von einer vorgegebenen und teilweise bewegten Position aus in alle Richtungen umzuschauen. Das kann bei aufgesetzter VR-Brille mit den Bewegungen des Kopfes oder Körpers erfolgen oder monoskopisch auf einem Bildschirm durch die Bewegung der Computermaus. Abgesehen von der Wahlfreiheit der Blickrichtung sind 360°-Videos in ihrem Verlauf linear und nicht interaktiv. Eingesetzt werden sie in verschiedenen Bereichen: Bildung, Forschung, Journalismus, Wirtschaft oder Werbung. Auch fiktionale Filme werden mit 360° umgesetzt: Der Musik-Animationsfilm Pearl (USA 2016, R: P. Osborne) wurde 2017 als erster 360°-Film für einen Oscar nominiert. In der affektgeladenen Handlung, die mit vielen Zeitsprüngen und Ortswechseln arbeitet, befinden sich die Zuschauer:innen auf dem Beifahrersitz eines Autos. Sowohl die Geschehnisse im Innenraum (eine Vater-Tochter-Beziehung) als auch die vorbeiziehenden Landschaften können beobachtet werden. – Johannes Noss

Literatur / Quellen:

  • Petry, Thorsten/Jäger, Wolfgang: Digital HR, Freiburg: Haufe-Lexware GmbH & Co. KG 2018, S. 170 f.

Weblinks:

🖙 Wikipedia: 360°-Videos
🖙 YouTube: Pearl (2016)

Schlagwörter: 360°, Animation, Ästhetik, audiovisuell, bildvisuell, Didaktik, faktual, fiktional, Film, Gesamtprojektion, Immersion, Laufpräsentation, Medialpanoramatik, Medientechnik, mimetisch, Rahmenexpansion, Technik, Unterhaltung, Zentralblickpunkt, Zugleichspräsentation

2015 – Susanne Rebscher & Annabelle von Sperber, Das große Wimmelbuch der Kunst


In diesem Wimmelbuch durchquert der Betrachter sämtliche prägende Kunstepochen von der Steinzeit bis zur heutigen Zeit. Auf den großformatigen Doppelseiten werden zahlreiche bekannte Künstler:innen sowie Kunstwerke abgebildet, die es zu entdecken und zu identifizieren gilt. Viele der Szenerien sind im Stil der entsprechenden Kunstbewegungen gehalten und geben einen Überblick über Techniken, Motive und Präsentationsformen der Kunst. Neben dieser Zugleichspräsentation des weiten Feldes der Kunst lädt das Wimmelbuch aber auch zu einer eingehenden Detailbetrachtung ein: In jeder Epoche verstecken sich mitten im Geschehen zwei kleine Äffchen, zu deren Suche das Buch die Leser ganz zu Anfang auffordert. Im Januar 2025 erscheint eine Neuausgabe des Buches. – Lena Reuther

Literatur / Quellen:

  • Rebscher, Susanne/von Sperber, Annabelle: Das große Wimmelbuch der Kunst, München u.a.: Prestel 2025.

Weblinks:

🖙 Website Illustratorin

Schlagwörter: Ästhetik, Bild, bildvisuell, Buch, Denkmal, Didaktik, Draufblick, faktual, geordnet, Gesamtkompendium, Gesamtprojektion, Großtableau, Medialpanoramatik, mimetisch, Panoramabild, Rahmenexpansion, schematisch, Speicher, Überbreite, Universalchronik, Unterhaltung, Wimmelbild, Zeichnung, Zeitensynopse, Zugleichspräsentation, Zugriffspräsentation