Das Passionspanorama von Peter Maler von Bern für die Kirche in Thun/CH bildet die Ereignisse der Passionsgeschichte über die gesamte Südostwand hinweg ab und ist das größte und älteste Passionspanorama des 15. Jahrhunderts. – Hannah Rex
1457–1460 – Fra Mauro, Mappa mundi

Zu Beginn der Frühen Neuzeit fasst die Karte das damalige europäische Wissen über die Welt zusammen. Ausführliche Marginalien erklären u. a., wo die Grenzen der bewohnbaren Erde verlaufen. Die kreisförmige, auf einzelne Pergamentblätter gemalte Karte hat einen Durchmesser von 197 cm und wurde auf eine quadratische Holzplatte (223 × 223 cm) aufgezogen. – Bernd Klöckener
Literatur / Quellen:
- Berg, Thomas Reinertsen: Auf einem Blatt die ganze Welt. Die Geschichte der Landkarten, Globen und ihrer Erfinder, München: dtv 2020, S. 96–99
Weblinks:
1402 – Koreanische Weltkarte Kangnido

Die Karte vereinigter Länder und Regionen historischer Reiche und Städte gilt als „die erste umfassende Weltkarte aus dem asiatischen Raum, die sowohl die Darstellung Europas als auch Afrikas einschließt“ (Oswalt, Weltkarten – Weltbilder, S. 105). – Bernd Klöckener
Literatur / Quellen:
- Oswalt, Vadim: Weltkarten – Weltbilder. Zehn Schlüsseldokumente der Globalgeschichte, Stuttgart: Reclam 2015, S. 105–118
Weblinks:
ca. 1300 – Hereford-Karte

Mappa mundi, die eine christlich überformte Draufsicht auf den Erdkreis bietet: in der Mitte Jerusalem, am Außenrand Groteskes und Fiktives. Durch die Anordnung zahlreicher heilsgeschichtlicher Stationen in der Kreisfläche entsteht eine Art Gesamtschau und zugleich Gesamtchronik der Welt. – Bernd Klöckener
Literatur / Quellen:
- Map. Karten. Die Welt Entdecken, Hamburg: Edel Books 2015, S. 13
Weblinks:
ca. 1300 – Ebstorfer Weltkarte

Größte und bekannteste der mittelalterlichen mappae mundi; im Zentrum wie stets Jerusalem. Die im Benediktinerinnenkloster Ebstorf gefundene Karte bildet mehr als 2300 Text- und Bildeinträge ab. Das Original der im Durchmesser ca. 3,57 m großen Radkarte verbrannte im Zweiten Weltkrieg 1943. Überliefert sind aktuell nur unvollständige Reproduktionen. – Hannah Rex
Literatur / Quellen:
- Kugler, Hartmuth (Hg.): Die Ebstorfer Weltkarte, Berlin: Akademie Verlag 2007
- Map. Karten. Die Welt Entdecken, Hamburg: Edel Books 2015, S. 148
Weblinks:
ca. 1250 – Rudolf von Ems, Weltchronik

Erster, unvollendet gebliebener Versuch einer deutschsprachigen Gesamtgeschichtschronik. Grundlage ist die biblische Weltzeitalterlehre. – Johannes Ullmaier
Literatur / Quellen:
- Rudolf von Ems: Weltchronik, 2. Aufl., Dublin: Weidmann 1967
- Gamper, Rudolf/Fuchs, Robert/Oltrogge, Doris u. a.: Die Weltchronik des Rudolf von Ems – und ihre Miniaturen, Oppenheim am Rhein: Nünnerich-Asmus Verlag & Media 2022
Weblinks:
ca. 1150 – Muhammad al-Idrisi, Buch des Roger

Das im Auftrag des Normannenkönigs Roger II. auf Sizilien angefertigte Kompendium (Das Vergnügen dessen, der sich nach Durchquerung der Länder sehnt) enthält 70 Teilkarten sowie Erläuterungen, die das gesamte damals zugängliche geografische Wissen synthetisieren sollen. Die darauf beruhende, auf eine Silberscheibe gravierte Weltkarte (ca. 3,5 × 1,5 m) ist nicht erhalten. – Bernd Klöckener
Literatur / Quellen:
- Oswalt, Vadim: Weltkarten – Weltbilder. Zehn Schlüsseldokumente der Globalgeschichte, Stuttgart: Reclam 2015, S. 73–86
ca. 900–999 – Josua-Rolle

Die im 10. Jahrhundert in Konstantinopel entstandene Schriftrolle zeigt auf 27 Bildern das Leben Josuas. Sie wird der kaiserlich-byzantinischen Hofschule, womöglich Konstantin VII., zugeordnet. Die 10 m lange Schrift befindet sich heute als Cod. Vat. Palat. gr. 431 in der Biblioteca Apostolica Vaticana. Es handelt sich um eine hagiografische Übersicht zum Leben Josuas zwischen Tableau und Laufrolle. Obwohl die Grisaillien von mehreren Händen erstellt wurden, ergeben sie eine zusammenhängende Erzählung. Ungewöhnlich ist, dass dieses Werk der byzantinischen Kunst auf die Form der antiken Schriftrolle zurückgreift und nicht als Codex umgesetzt wurde. Durch die Art der Präsentation ergibt sich ein panoramatischer Lebensüberblick. Zudem gehen die Szenen z. T. fließend ineinander über und zeigen mit Himmelskörpern Tag- und Nachtwechsel an. – Antje Schilling
Weblinks:
549 – Apsis von Sant’Apollinare in Classe bei Ravenna

Rundbild und Halbkuppel-Bild mit himmlischem Paradies und biblischen Szenen. Frühes Beispiel prä-immersiver und prä-panoramatischer Kircheninnenraumgestaltung. – Johannes Ullmaier
Literatur / Quellen:
- Berger, Klaus/Beinert, Wolfgang/Wetzel, Christoph u. a.: Bilder des Himmels. Die Geschichte des Jenseits von der Bibel bis zur Gegenwart, Freiburg i. B.: Herder 2006, S. 86
Weblinks:
ca. 375 – Tabula Peutingeriana

Als pure Exemplifikation diagrammatischer Verwaltungs-Repräsentations-Panoramatik verzeichnet die (nicht abstandsgerechte) Darstellung alle Straßen des Römischen Reiches. Zur Wegfindung ungeeignet, dient sie ausschließlich zum Ruhm der „wiederhergestellten Ruhe und Ordnung durch die diokletianischen Verwaltungsreformen“ (
Literatur / Quellen:
- Map. Karten. Die Welt Entdecken, Hamburg: Edel Books 2015
- Oswalt, Vadim: Weltkarten – Weltbilder. Zehn Schlüsseldokumente der Globalgeschichte, Stuttgart: Reclam 2015, S. 45–72